Lebensdauer und Haltbarkeit von Autoreifen
Ein Autoreifen ist eine elastische Gummihülle, die auf die Felge montiert wird. Er stellt den Kontakt zur Fahrbahn her, dämpft kleinere Stöße ab und gleicht Ungenauigkeiten in der Radführung aus. Da der Reifen im Betrieb starken Belastungen ausgesetzt ist, hat er eine begrenzte Lebensdauer, die von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird.

Haltbarkeit von Reifen nach Herstellervorgaben
Die Haltbarkeit ist der Zeitraum, in dem der Hersteller die Verwendbarkeit der Ware garantiert und für Mängel haftet, die auf seine Schuld zurückzuführen sind.
Beim Reifenkauf ist es ratsam, darauf zu achten, dass das Produktionsdatum nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Das Herstellungsdatum finden Sie in der DOT-Nummer auf der Reifenflanke (meist 4 Ziffern im Oval: Kalenderwoche und Jahr).

Produktionsdatum des Reifens
Gemäß allgemeinen Industriestandards und Richtlinien (z. B. vom BRV in Deutschland) gelten Reifen bei sachgemäßer Lagerung bis zu 3 Jahre als fabrikneu und bis zu 5 Jahre als neu. Wichtig zu wissen: Geschwindigkeitsindizes (ZR, H, S) geben die zulässige Höchstgeschwindigkeit an, nicht die Lebensdauer des Reifens in Jahren. Unabhängig vom Geschwindigkeitsindex unterliegt Gummi einem Alterungsprozess.
Experten empfehlen, Reifen vor Erreichen der kritischen Altersgrenze zu wechseln. Die Meinung, dass „abgelagerte“ Reifen (5–6 Jahre alt) noch gut nutzbar sind, solange sie optisch neu wirken, ist ein Irrtum. Durch Oxidation und mikroskopische Risse kann ein solcher Reifen im entscheidenden Moment versagen.
Lagerdauer von Reifen
Die Lagerdauer ist der Zeitraum, in dem die Ware bei Einhaltung der Regeln ihre Eigenschaften behält. Ein Ablauf der empfohlenen Lagerzeit bedeutet nicht zwingend, dass der Reifen unbrauchbar ist, aber die technischen Eigenschaften der Gummimischung können nachlassen.
Reifen altern durch physikalisch-chemische Prozesse, auch wenn sie nicht gefahren werden. Um dies zu verlangsamen, werden der Gummimischung Antioxidantien und Stabilisatoren beigefügt. Bei korrekter Lagerung gilt ein Reifen mehrere Jahre nach der Produktion noch als neuwertig.

Experten (wie der ADAC oder TÜV) empfehlen oft eine maximale Nutzungsdauer (inklusive Lagerung) von 10 Jahren. Viele Organisationen raten jedoch bereits nach 6 Jahren zum Austausch. Dies gilt auch für das Reserverad.
Grundlegende Regeln für die Lagerung (nach DIN 7716 und Herstellerempfehlungen):
- Der Lagerort muss vor direkter Sonneneinstrahlung, Ozon, organischen Lösungsmitteln, Ölen, Kraftstoffen, Säuren und Laugen geschützt sein.
- Reifen dürfen nicht mit Kupfer oder korrosiven Materialien in Berührung kommen und keinen Verformungen (Knicke, Druck durch schwere Gegenstände) ausgesetzt sein.
- Optimale Bedingungen: Ein trockener, dunkler und kühler Raum. Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen beschleunigen die Alterung.
- Reifen sollten vor der Einlagerung gewaschen und getrocknet werden.
- Temperaturbereich: von -30 bis +35 °C (optimal +10...+25 °C). Abstand zu Heizkörpern mindestens 1 Meter.
- Bei Lagerung im Freien (zulässig für maximal einen Monat) müssen die Reifen mit undurchsichtigem, wasserdichtem Material abgedeckt und vom Boden angehoben werden.
- Die Lagerung auf mit Öl oder Kraftstoff verschmutzten Flächen ist verboten.
- Lagern Sie Reifen nicht in der Nähe von Elektromotoren, Transformatoren oder anderen Ozonquellen (Konzentration nicht über 0,08 ppm).
Detaillierte Methoden (auf Felgen oder ohne) finden Sie in unserem Ratgeber zur Reifenlagerung.
Große Hersteller (Bridgestone, Michelin, Continental) geben oft an, dass die maximale Lebensdauer der Reifen 10 Jahre ab Herstellungsdatum beträgt. Nach 5 Jahren Nutzung wird jedoch empfohlen, die Reifen mindestens einmal jährlich von einem Fachmann gründlich prüfen zu lassen.


Gesetzlich gibt es kein striktes Verkaufsverbot für „alte“ Neureifen, aber Branchenverbände sind sich einig, dass ein Reifen, der mehr als 5 Jahre im Lager lag, nicht mehr die vollen Eigenschaften eines Neureifens besitzt.
Lebens- und Nutzungsdauer
Die Nutzungsdauer ist der tatsächliche Zeitraum, in dem der Reifen genutzt wird, bis kritischer Verschleiß oder Defekte auftreten. Hersteller legen die Lebensdauer auf bis zu 10 Jahre aus, in der Praxis muss der Austausch jedoch je nach Laufleistung und Bedingungen alle 3–6 Jahre erfolgen.
Faktoren, die den Verschleiß beeinflussen
Hauptursachen für eine verkürzte Lebensdauer der Reifen:
- Beladung und Luftdruck. Eine Überschreitung des Lastindex und das Fahren mit falschem Reifendruck zerstören die Karkasse. Eine Überladung des Fahrzeugs um 20 % verringert die Lebensdauer der Reifen um etwa 30 %.
- Querschnittsverhältnis. Niederquerschnittsreifen sind anfälliger für Schäden durch Schlaglöcher oder Bordsteine.
- Fahrstil. Kavalierstarts, starkes Bremsen und schnelles Kurvenfahren beschleunigen den Profilabrieb erheblich.
- Straßenverhältnisse. Schlaglöcher, Schotter und rauer Asphalt verkürzen das Reifenleben.
- Laufleistung. Natürlicher Abrieb durch Nutzung.
- Produktqualität. Markenreifen verfügen in der Regel über eine widerstandsfähigere Gummimischung und eine stabilere Karkasse als Budget-Alternativen.
- Mechanische Schäden. Schnitte, Beulen, verstellte Achsgeometrie.
Anzeichen für das Ende der Lebensdauer
Nicht nur das Alter oder die Kilometerleistung, sondern auch der tatsächliche Zustand bestimmen den Wechselzeitpunkt:
- Profiltiefe. Der Wechsel ist fällig, wenn das Profil die Verschleißanzeiger (TWI-Stege) erreicht hat. Gesetzliches Minimum laut StVZO: 1,6 mm. Sicherheitsexperten (ADAC) empfehlen jedoch 3 mm für Sommer- und 4 mm für Winterreifen.
- Risse und Alterung. Ein feines Netz aus Rissen an der Flanke zeigt, dass der Gummi spröde geworden ist und seine Elastizität verloren hat.
- Beulen und Blasen. Diese deuten auf einen Bruch der Karkassenfäden hin. Die Weiterfahrt mit solchen Reifen ist gefährlich, ein sofortiger Austausch ist erforderlich.
- Ungleichmäßiger Abrieb. Weist auf Probleme mit dem Fahrwerk (Spur/Sturz) oder falschen Luftdruck hin.

So verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Reifen
Die Einhaltung einfacher Regeln hilft, den vorzeitigen Neukauf zu vermeiden:
- Prüfen Sie den Reifendruck alle 2–3 Wochen. Ein um 10 % zu niedriger Druck verkürzt die Lebensdauer um 10–15 % und erhöht den Kraftstoffverbrauch. Zu hoher Druck führt zu erhöhtem Verschleiß in der Profilmitte.

Führen Sie alle 10.000–15.000 km einen Achstausch (Rädertausch) durch, da die Antriebsachse schneller verschleißt.

Tausch von Vorder- auf Hinterachse

Tauschschema mit 5 Rädern
Wichtig: Bei laufrichtungsgebundenen Reifen darf die Drehrichtung nicht geändert werden – sie werden nur seitenweise von vorne nach hinten getauscht. Asymmetrische, nicht laufrichtungsgebundene Reifen können (gemäß Fahrzeughandbuch) über Kreuz getauscht werden.Achten Sie auf die korrekte Montage (Markierungen Inside/Outside und Laufrichtung Rotation). Ein falsch herum montierter Reifen verschlechtert das Fahrverhalten und verschleißt schneller.

Wechselschema für nicht laufrichtungsgebundene Reifen

Wechselschema für Allradfahrzeuge
- Neue Reifen benötigen eine Einfahrphase von ca. 300–500 km ohne scharfe Manöver oder Vollbremsungen, um die volle Haftung aufzubauen und Produktionsrückstände zu entfernen.
- Montieren Sie auf allen Positionen identische Reifen (Modell, Dimension, Verschleißgrad).
- Beachten Sie die Bedingungen für die saisonale Einlagerung.
- Reinigen Sie die Reifen regelmäßig von Schmutz und Streusalz; spezielle Gummipflegemittel schützen vor dem Austrocknen.
- Vermeiden Sie das Touchieren von Bordsteinen beim Parken – dies ist die Hauptursache für Flankenschäden.
- Lassen Sie einmal jährlich oder nach dem Durchfahren tiefer Schlaglöcher eine Achsvermessung (Spur/Sturz) durchführen.
- Achten Sie auf das Auswuchten der Räder. Eine Unwucht verursacht Vibrationen und fleckenförmigen, ungleichmäßigen Verschleiß.

Eine regelmäßige Diagnose des Reifenzustands spart nicht nur Geld beim Reifenkauf, sondern garantiert auch Ihre Sicherheit auf der Straße.
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