Glühkerzen prüfen: So geht's
Die Aufgabe von Glühkerzen ist das maximal schnelle Aufheizen der Luft im Brennraum eines Dieselfahrzeugs, da die Entzündung des Gemisches bei einer Temperatur von 800–850 °C erfolgt und dieser Wert allein durch Kompression schwer zu erreichen ist. Daher können die Kerzen nach dem Motorstart weiterarbeiten, bis die Kühlmitteltemperatur 60–75 °C erreicht hat (Nachglühen).
Bei warmem Wetter ist der Ausfall einer oder zweier Glühkerzen oft kaum bemerkbar, doch sobald es kälter wird, treten sofort Schwierigkeiten beim Starten des Dieselmotors auf und eine Überprüfung wird notwendig.

Glühkerzen
Die Dauer der Stromzufuhr zur Kerze und die Höhe der Spannung werden von einem Relais oder einem speziellen elektronischen Steuergerät geregelt (Glühkerzen verbrauchen beim Aufheizen auf bis zu 1300 Grad innerhalb von 2–30 Sekunden jeweils 8 bis 40 A Strom). Eine Kontrollleuchte in Form einer Spirale im Armaturenbrett signalisiert dem Fahrer, dass er den Anlasser noch nicht betätigen soll, solange sie leuchtet. Bei modernen Konstruktionen überwacht die Elektronik die Motortemperatur; ist der Motor warm genug, werden die Kerzen gar nicht erst eingeschaltet.

Eine Glühkerze kann aus zwei Gründen ausfallen:
- Lebensdauer der Wendel erschöpft (in der Regel nach 75.000–100.000 km Laufleistung);
- Defekte Kraftstoffanlage.
Anzeichen für defekte Glühkerzen
Indirekte Anzeichen für einen Defekt:
- Beim Starten kommt weiß-blauer Rauch aus dem Auspuff. Das deutet darauf hin, dass Kraftstoff eingespritzt wird, aber nicht zündet.
- Unruhigem Leerlauf bei kaltem Motor. Ein lauter und harter Motorlauf ist durch Vibrationen spürbar: Das Gemisch in einem der Zylinder zündet aufgrund fehlender Vorwärmung verzögert.
- Schwerer Start des Diesels bei Kälte. Der Anlasser muss lange gedreht werden.
Offensichtliche Anzeichen einer defekten Glühkerze sind:
- Teilweise Zerstörung der Glühstiftspitze.
- Dicke Rußschicht an der Spitze nahe dem Gehäuse.
- Aufgeblähtes Glührohr (entsteht durch Überspannung).

Wie man Glühkerzen beim Dieselmotor prüfen kann
Wie wird geprüft?
Je nach Modell und Alter des Fahrzeugs gibt es unterschiedliche Funktionsprinzipien des Vorglühsystems:
- Bei älteren Fahrzeugen schalten sich die Glühkerzen in der Regel bei fast jedem Motorstart ein.
- Moderne Fahrzeuge springen bei Plusgraden oft auch ohne Aktivierung der Glühkerzen problemlos an.
Bevor Sie mit der Diagnose beginnen, sollten Sie daher herausfinden, bei welchem Temperaturbereich die Vorwärmung erfolgt. Ebenso wichtig ist es, den Typ der Kerze zu bestimmen: Stabglühkerzen (Metallwendel) oder Keramikglühkerzen.
Die Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 sehen den Betrieb von Dieseln mit Keramikglühkerzen vor, da diese über eine Vor- und Nachglühfunktion zur Kraftstoffverbrennung sowie einen Zwischenglühmodus zur Regeneration des Dieselpartikelfilters verfügen.
Zur Überprüfung der Diesel-Glühkerzen gibt es mehrere Methoden. Die Funktionsprüfung kann erfolgen mittels:

3 Wege, Glühkerzen zu prüfen – Video
- Autobatterie. Prüfung auf Glühgeschwindigkeit und -qualität (nur für 12V-Kerzen!);
- Multimeter. Prüfung auf Unterbrechung oder Widerstandsmessung;
- Prüflampe (12V). Einfacher Test auf Stromkreisunterbrechung;
- Funkenbildung (nur für alte Diesel ohne komplexe Elektronik);
- Visuelle Inspektion.
Die einfachste Diagnose besteht in der Prüfung der elektrischen Leitfähigkeit. Die Wendel muss Strom leiten, ihr Widerstand im kalten Zustand liegt im Bereich von 0,5–1,8 Ohm. Wenn die Kerzen zugänglich sind, können sie selbst „durchgeklingelt“ werden: Jedes Messgerät zeigt eine Unterbrechung des Heizelements an (Widerstand unendlich).
Mit einer berührungslosen (induktiven) Stromzange kann man oft ohne Ausbau der Kerze auskommen. Häufig ist jedoch eine Inspektion des Arbeitsteils erforderlich, an dem Anzeichen von Überhitzung – Schmelzen oder Verformung der Spitze – sichtbar sein können.
Im Folgenden werden alle Methoden zur Überprüfung von Diesel-Glühkerzen beschrieben. Die Wahl hängt von Ihren Fähigkeiten und dem verfügbaren Werkzeug ab. Ideal ist eine Kombination aus instrumenteller Messung und visueller Inspektion.
Glühkerzen im eingebauten Zustand prüfen
Die Prüfung sollte damit beginnen, festzustellen, ob Spannung an der Stromschiene anliegt, da manchmal lediglich der Kontakt oxidiert ist.
Im eingebauten Zustand lassen sich Glühkerzen eigentlich nur auf Stromkreisunterbrechung prüfen, da die Intensität und Geschwindigkeit des Glühens nicht sichtbar sind. Die zuverlässigste Diagnosemethode ist das Herausschrauben der Kerzen und eine visuelle Begutachtung, aber für einen schnellen Schnelltest eignen sich auch Methoden ohne Demontage.
Glühkerze mit einer Prüflampe testen

Prinzip der Prüfung mit einer Lampe
Die erste Methode ist die Verwendung einer Prüflampe. An eine 21W-Birne (oder eine beliebige 12V-Lampe) werden zwei Drähte angelötet. Einen Draht halten wir an den Anschluss der Kerze (dabei unbedingt das originale Stromkabel abklemmen), den anderen an den Pluspol der Batterie. Leuchtet die Lampe hell, ist das Heizelement nicht unterbrochen. Wenn die Lampe nur schwach leuchtet oder gar nicht brennt, ist die Glühkerze defekt.
Prüfung auf Funkenbildung
Der „Funkentest“ ähnelt der vorherigen Methode, wird jedoch ohne Lampe durchgeführt, indem ein Kabel vom Pluspol der Batterie den Kontakt der Kerze berührt.
Für den Funkentest:
- Nehmen Sie ein Stück Kabel mit abisolierten Enden.
- Trennen Sie die Kerzen vollständig von der gemeinsamen Stromschiene.
- Befestigen Sie ein Ende des Kabels am „+“ der Batterie und berühren Sie mit dem anderen die Mittelelektrode der Kerze.
- Bei einer intakten Kerze entsteht starker Funkenflug.
Glühkerzen mit dem Multimeter prüfen
Die Prüfung mit dem Multimeter kann in drei Modi erfolgen:

Durchgangsprüfung der Glühwendel mit Multimeter
- im Durchgangsprüfungs-Modus (Summer);
- Widerstand messen;
- Stromaufnahme messen.
Auf Durchgang prüfen kann man, ohne die Kerze herauszuschrauben, nachdem das Stromkabel abgezogen wurde.
Für den Durchgangsmodus:
- Stellen Sie das Multimeter auf das Symbol „Summer“ oder Diodenprüfung.
- Trennen Sie das Stromkabel von der Kerze.
- Halten Sie eine Messspitze an die Elektrode der Kerze, die andere an Masse (Motorblock).
- Kein Signalton bedeutet eine Unterbrechung der Wendel.

Widerstandsmessung der Glühkerze
Viel besser ist es, den Widerstand zu prüfen. Bei einer intakten Kerze beträgt dieser 0,7–1,8 Ohm. Ist der Widerstand höher (z. B. 5–10 Ohm oder mehr) oder geht gegen unendlich, ist die Kerze defekt oder heizt nicht effektiv genug.
Ebenfalls ohne Ausbau lässt sich die Stromaufnahme prüfen. Dazu benötigen Sie ein Amperemeter mit einem Messbereich bis 50–100 A (oder eine Stromzange).
Trennen Sie bei kaltem Motor das Stromkabel von der Kerze und schließen Sie das Amperemeter in Reihe an (zwischen Pluspol der Batterie und der Kerze). Der Stromverbrauch einer intakten Kerze beträgt normalerweise 5–18 A (beim Start kann er höher sein, fällt dann ab). Die Werte sollten mit zunehmender Erwärmung gleichmäßig sinken. Fließt kein Strom, liegt eine Unterbrechung vor.
Test an der Autobatterie
Dies ist die genaueste Methode, da man sieht, wo genau die Kerze glüht (sie muss an der Spitze glühen). Dies erfordert jedoch den Ausbau der Teile.

Prinzip der Prüfung mit der Batterie
Wenn Sie sichergestellt haben, dass Ihre Kerzen für 12 Volt ausgelegt sind (oder 11 V, aber nur kurzzeitig):
- Drücken Sie das Gehäuse der Kerze gegen den Minuspol der Batterie.
- Verbinden Sie den Pluspol der Batterie mit einem Kabel mit der Mittelelektrode der Kerze.
- Beobachten Sie die Erwärmung. Eine intakte Kerze glüht innerhalb von 2–5 Sekunden von der äußersten Spitze her rot auf.
- Wenn nur die Mitte glüht oder die Erwärmung zu langsam erfolgt, ist die Kerze defekt.

Wenn sich die Kerzen unterschiedlich schnell aufheizen, kommt es zu einem unruhigen Motorlauf. Es ist ratsam, den gesamten Satz zu wechseln, damit Lebensdauer und Heizcharakteristik identisch sind.
Visuelle Prüfung und Defekte
Die visuelle Prüfung ermöglicht es, nicht nur Defekte an der Kerze selbst, sondern auch Probleme mit dem Kraftstoffsystem zu erkennen.
Aufgeblähtes Gehäuse
Wenn das Gehäuse aufquillt oder Risse bekommt, können die Ursachen sein:
- Überspannung (z. B. 12 V auf eine 5-Volt-Kerze gegeben).
- Defektes Vorglührelais (schaltet zu lange nicht ab).
Geschmolzene Kerzenspitze
Kann folgende Ursachen haben:
- Zu früher Einspritzbeginn.
- Verschmutzte Injektoren (tropfen Kraftstoff auf die Kerze).
- Kompressionsprobleme und Überhitzung des Brennraums.


Glühkerzen sind recht empfindlich. Das Festziehen sollte mit einem Drehmomentschlüssel erfolgen; das Drehmoment sollte in der Regel 15–20 Nm nicht überschreiten (prüfen Sie das Handbuch Ihres Autos). Ein zu starkes Anziehen verengt den Spalt zwischen Gehäuse und Heizelement, was zu einem schnellen Durchbrennen führt.
Glühzeitsteuergerät (Relais) prüfen

Glühzeitrelais
Das Relais aktiviert die Kerzen vor dem Start. Das Einschalten ist meist von einem hörbaren Klicken begleitet. Die Betriebsdauer bestimmt das Motorsteuergerät basierend auf den Temperatursensoren.
Das Relais sollte geprüft werden, wenn kein charakteristisches Klicken zu hören ist oder die Kerzen keinen Strom erhalten. Wenn die Spirallampe im Armaturenbrett nicht leuchtet, prüfen Sie zuerst die Sicherungen.
Zur Prüfung müssen die Steuerkontakte und die Lastkontakte gefunden werden (meist auf dem Relais-Schema abgebildet). Wenn Spannung an die Steuerkontakte angelegt wird, müssen die Lastkontakte schließen (prüfung mit Tester im Durchgangsmodus oder Prüflampe). Wenn ein Klicken zu hören ist, aber kein Strom zu den Kerzen fließt, sind möglicherweise die Lastkontakte im Inneren des Relais verbrannt.
Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen, das Vorglühsystem sicher zu überprüfen und Ihren Diesel bei jedem Frost zuverlässig zu starten.
War dieser Artikel hilfreich?
Ihr Feedback hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.
Ähnliche Materialien
Diskussion (0)
Noch keine Kommentare!