Zahnriemen- und Wasserpumpenwechsel beim VW Golf 3
Bei jedem Fahrzeug muss der Zahnriemen in bestimmten Intervallen gewechselt werden. Im Durchschnitt erfolgt der Austausch nach 80.000 bis 90.000 km. Dieser Wartungsarbeit sollte große Bedeutung beigemessen werden, da ein Riss des Riemens zu krummen Ventilen und somit zu einem Motorschaden führen kann. In diesem Bericht zeigen wir den Wechsel des Zahnriemens und der Wasserpumpe an einem Volkswagen Golf III mit dem 1.6 AEE Motor.
Bei den VW Golf Modellen der dritten Generation ist oft nicht der Riemen selbst die Schwachstelle, sondern die Spannrolle. Manchmal bricht der äußere Lagerring, was zum Riss des Riemens und teuren Folgeschäden führt.
Benötigte Ersatzteile für den Zahnriemenwechsel beim Golf 3
In der Tabelle finden Sie die Teilenummern der Originalteile und gängige Alternativen.
| Bezeichnung | Artikelnummer |
|---|---|
| Zahnriemen | VAG 032 109 119 G |
| Contitech CT 847 | |
| Gates 5428 XS | |
| Spannrolle (Zahnriemen) | VAG 030 109 243 K |
| Fenox R12159 | |
| SNR GT357.11 | |
| Wasserpumpe | VAG 030 121 008 D |
| Fenox HB1704 | |
| INA 538 0031 10 | |
| Spannrolle (Keilrippenriemen) | VAG 030 145 299 F |
| GBM GTA0410 | |
| INA 534 0123 20 | |
| Keilrippenriemen (Lichtmaschine) | VAG 030 145 933 E |
| Bosch 1 987 946 062 | |
| Contitech 6 PK 1070 |
Es ist möglich, einen kompletten Zahnriemensatz (z.B. VAG 032 198 119) zu erwerben, der Riemen und Spannrolle enthält (Alternativen: INA 530 0167 10 oder Bosch 1 987 948 046). Auch Dritthersteller bieten komplette Kits an, die zusätzlich die Wasserpumpe beinhalten, zum Beispiel Graf KP603-2 oder Gates KP15428XS.
Anleitung: Zahnriemen und Wasserpumpe beim VW Golf 3 wechseln
Es wird dringend empfohlen, zusammen mit dem Zahnriemen auch die Wasserpumpe zu erneuern. Genau diesen Vorgang beschreiben wir in dieser Anleitung.
Wir empfehlen, den Riemenwechsel alle 80.000 bis 90.000 km durchzuführen. Bei diesen Motoren ist oft nicht der Riemen selbst die Schwachstelle, sondern die Spannrolle. Gelegentlich bricht der äußere Laufring, was zum Riss des Riemens und schweren Motorschäden führen kann.
Ebenso empfehlen wir, die Wasserpumpe gleich mitzutauschen. Nicht unbedingt, weil die Lager versagen oder sie undicht werden, sondern weil bei den Originalpumpen das Flügelrad oft aus Kunststoff besteht und sich von der Antriebswelle lösen kann.
Wasserpumpen aus dem Zubehörhandel sind oft mit robusteren Metall-Flügelrädern ausgestattet.
Entfernen Sie die obere Zahnriemenabdeckung. Entspannen Sie mit einem 15er Schlüssel die Spannrolle des Keilrippenriemens (Lichtmaschine) und nehmen Sie den Riemen ab.
Stellen Sie die Steuerzeiten auf die Markierungen ein. Dazu muss die Markierung auf dem Nockenwellenrad mit der Nase an der hinteren Zahnriemenabdeckung fluchten.
Die Markierung auf der Riemenscheibe der Kurbelwelle muss mit der zweiten Markierung auf der unteren Abdeckung übereinstimmen.
Lösen Sie die 4 Innensechskantschrauben (6 mm) der Riemenscheibe an der Kurbelwelle. Reinigen Sie die Schraubenköpfe vorher gründlich, um die Innenprofile nicht rundzudrehen.
Schrauben Sie die Spannrolle des Keilrippenriemens ab und nehmen Sie die Riemenscheibe ab, um Zugang zu den Schrauben der unteren Zahnriemenabdeckung zu erhalten.
Lösen und entfernen Sie die verbleibenden Schrauben der Zahnriemenabdeckung. Lösen Sie die Befestigungsmutter der Zahnriemenspannrolle.
Nehmen Sie den Zahnriemen ab.
Um die Wasserpumpe zu wechseln, muss die innere Zahnriemenabdeckung entfernt werden. Dazu muss das Nockenwellenrad abgeschraubt werden. Zuerst drehen Sie jedoch die Kurbelwelle an der Zentralschraube ca. 30 Grad gegen den Uhrzeigersinn zurück. Dies verhindert, dass Ventile und Kolben versehentlich kollidieren, wenn sich die Nockenwelle beim Lösen verdreht.
Am einfachsten lässt sich die Schraube des Nockenwellenrades mit einem Druckluft-Schlagschrauber lösen.
Falls kein Schlagschrauber zur Hand ist, lösen Sie die 3 Schrauben des Ventildeckels und nehmen diesen ab.
Klemmen Sie dann vorsichtig einen Hammerstiel aus Holz zwischen einen Nocken der Nockenwelle und den Zylinderkopf, um die Welle zu blockieren.
Während Sie gegenhalten, lösen Sie die Zentralschraube des Nockenwellenrades.
Nehmen Sie das Zahnrad ab. Lösen Sie anschließend die Befestigungsschrauben der inneren Abdeckung.
Schrauben Sie die zwei Befestigungsschrauben der Wasserpumpe heraus.
Entnehmen Sie die innere Abdeckung.
Eine Wasserpumpe, die lange nicht gewechselt wurde, sitzt oft sehr fest im Motorblock (Korrosion).
Um sie zu lösen, versuchen Sie zunächst, sie durch leichte Schläge auf die obere Befestigungslasche zu drehen. Gehen Sie dabei gefühlvoll vor.
Anschließend können Sie die Pumpe mit einem Montierhebel oder einem großen Schraubendreher vollständig heraushebeln.
Beachten Sie, dass die Wasserpumpe der tiefste Punkt im Motorblock ist. Es wird zwangsläufig Kühlwasser austreten (Wanne unterstellen!). Da das Wasser über den verschmutzten Motorblock läuft, sollten Sie es nicht wiederverwenden. Besorgen Sie besser im Vorfeld neues Kühlmittel.
Setzen Sie die neue Pumpe ein (Dichtung nicht vergessen). Montieren Sie die innere Abdeckung und ziehen Sie die Schrauben fest.
Setzen Sie das Nockenwellenrad auf. Bestreichen Sie das Gewinde der Schraube mit Schraubensicherung (sofern keine neue Schraube verwendet wird) und ziehen Sie sie fest, während Sie die Welle wieder blockieren. Montieren Sie die neue Spannrolle. Achten Sie darauf, dass die U-förmige Gabel der Grundplatte korrekt über den Bolzenkopf am Motorblock greift.
Prüfen Sie die OT-Stellung (Oberer Totpunkt) der Nockenwelle.
Drehen Sie die Kurbelwelle im Uhrzeigersinn wieder auf OT. Da die Riemenscheibe und die untere Abdeckung noch fehlen, nutzen Sie folgende Markierung: Der abgeschrägte Zahn auf dem kleinen Kurbelwellenzahnrad.
Dieser muss mit der Markierung (Nase) am Motorgehäuse fluchten.
Wenn beide Wellen auf OT stehen, legen Sie den neuen Zahnriemen auf. Spannen Sie die Rolle, indem Sie sie mit einem Inbusschlüssel im Uhrzeigersinn drehen, bis der Zeiger genau über der Kerbe der Grundplatte steht.
Drehen Sie die Kurbelwelle zwei volle Umdrehungen von Hand durch und prüfen Sie erneut, ob die Markierungen an den Wellen übereinstimmen und ob die Spannungsanzeige an der Rolle noch korrekt steht. Korrigieren Sie gegebenenfalls nach.
Der weitere Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge: Abdeckungen, Riemenscheibe, Spannrolle für Lichtmaschine, Keilrippenriemen.
Seien Sie beim Anziehen der Ventildeckelschrauben sehr vorsichtig, da diese aufgrund ihrer Konstruktion leicht abreißen.
War diese Anleitung hilfreich?
Ihr Feedback hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.
Ähnliche Materialien
Diskussion (0)
Noch keine Kommentare!