Warum sind Zündkerzen schwarz? Ursachen und Lösungen

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Das Auftreten von schwarzen Rußablagerungen an Zündkerzen kann dem Autobesitzer viel über Probleme im Fahrzeug verraten. Ursachen für dieses Phänomen können minderwertiger Kraftstoff, Probleme mit der Zündung, ein falsches Kraftstoff-Luft-Gemisch oder ein falsch eingestellter Vergaser sein. All diese Probleme lassen sich recht einfach diagnostizieren, indem man einen Blick auf das sogenannte Kerzengesicht wirft.

Schwarze Zündkerzen

Mögliche Ursachen für Rußablagerungen

Bevor man die Frage beantwortet, warum Zündkerzen schwarz sind, muss man feststellen, wie genau sie verrußt sind. Davon hängt ab, in welche Richtung die Fehlersuche gehen soll. Insbesondere können alle Kerzen gleichzeitig schwarz werden oder nur eine bzw. zwei aus dem Satz. Auch kann eine Kerze nur einseitig oder über den gesamten Durchmesser verrußt sein. Zudem unterscheidet man zwischen "nassem" (öligem) und "trockenem" (rußigem) Belag.

Es ist zu beachten, dass die Geschwindigkeit der Entstehung und die Art der Ablagerungen direkt von den vorliegenden Defekten abhängen (sofern vorhanden):

  • Ablagerungen auf neuen Zündkerzen bilden sich frühestens nach 200–300 km Fahrt. Dabei ist es ratsam, eine längere Strecke (z. B. auf der Autobahn oder Landstraße) mit gleichbleibender Geschwindigkeit und Last zu fahren. So arbeiten die Kerzen im optimalen Bereich, und der Zustand des Motors kann objektiver beurteilt werden.
  • Menge und Art der Ablagerungen hängen von der Kraftstoffqualität ab. Tanken Sie daher an vertrauenswürdigen Tankstellen und vermeiden Sie Kraftstoffe zweifelhafter Herkunft. Andernfalls ist es schwierig, die wahre Ursache für den Ruß (falls vorhanden) zu ermitteln.
  • Bei Vergasermotoren muss die Leerlaufdrehzahl korrekt eingestellt sein.

Kommen wir nun direkt zur Frage, warum auf Zündkerzen schwarzer Ruß entsteht. Es gibt 11 Hauptgründe:

  1. Wenn Sie eine Schwärzung nur auf einer Seite bemerken, wird dies höchstwahrscheinlich durch ein undichtes Ventil verursacht. Der Ruß gelangt von unten auf die Masseelektrode (und nicht auf die Mittelelektrode).
  2. Ein durchgebranntes Ventil kann ebenfalls die Ursache für schwarze Kerzen sein. Die Situation ist ähnlich wie im vorherigen Punkt. Ruß kann sich auf der unteren Elektrode absetzen.
  3. Ein falsch gewählter Wärmewert der Kerze führt nicht nur zu deren Beschädigung im weiteren Betrieb, sondern anfangs auch zu ungleichmäßiger Schwärzung. Ist der Wärmewert zu niedrig, verändert sich die Form des Rußkegels. Ist er zu hoch, wird nur die Spitze des Kegels schwarz, während das Gehäuse weiß bleibt.
    Der Wärmewert ist eine Kennzahl, die angibt, wie viel Wärme die Zündkerze an den Zylinderkopf ableiten kann. Ein hoher Wärmewert bedeutet eine „kalte“ Kerze (leitet Wärme gut ab), ein niedriger Wärmewert eine „heiße“ Kerze. Verwenden Sie immer Zündkerzen mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Wärmewert.
  4. Ein gleichmäßiger schwarzer Belag auf den Kerzen deutet auf eine zu späte Zündung hin.
  5. Schwarze Kerzen bei Einspritzern oder Vergasern können auftreten, weil das erzeugte Kraftstoff-Luft-Gemisch zu fett ist. Beim Einspritzer ist oft ein defekter Luftmassenmesser (LMM) schuld, der falsche Daten an das Steuergerät sendet. Auch undichte Einspritzdüsen sind möglich, wodurch Benzin in die Zylinder gelangt, selbst wenn die Düse geschlossen ist. Beim Vergaser können folgende Faktoren ursächlich sein: falsch eingestellter Kraftstoffpegel, undichtes Nadelventil, zu hoher Druck durch die Benzinpumpe, undichter Schwimmer oder ein Schwimmer, der an den Kammerwänden hängen bleibt.
    Ruß auf der Zündkerze

    «Trockener» Ruß auf der Kerze

  6. Erheblicher Verschleiß oder Undichtigkeit des Kugelventils im Anreicherungssystem (Econostat) bei Vergasermotoren. Das bedeutet, dass nicht nur unter Last, sondern auch im Normalbetrieb zu viel Kraftstoff in den Motor gelangt.
  7. Eine Ursache für schwarze Kerzen kann ein verstopfter Luftfilter sein. Überprüfen Sie dessen Zustand und tauschen Sie ihn bei Bedarf aus. Prüfen Sie auch den Antrieb der Starterklappe (Choke).
  8. Probleme mit der Zündanlage: Falsch eingestellter Zündzeitpunkt, Isolationsfehler an den Zündkabeln, Risse in der Verteilerkappe oder am Verteilerfinger, Defekte an der Zündspule oder Probleme mit den Kerzen selbst. Diese Faktoren können zu Zündaussetzern oder einem schwachen Zündfunken führen. Dadurch verbrennt der Kraftstoff nicht vollständig, und es bildet sich schwarzer Ruß.
  9. Probleme mit dem Ventiltrieb. Insbesondere können dies durchgebrannte Ventile oder ein nicht korrekt eingestelltes Ventilspiel sein. Die Folge ist eine unvollständige Verbrennung des Gemischs und Rußbildung.
  10. Bei Fahrzeugen mit Einspritzung kann der Kraftstoffdruckregler defekt sein, was zu übermäßigem Druck im Kraftstoffverteilerrohr führt.
  11. Niedrige Kompression in dem Zylinder, der der schwarzen Kerze entspricht. Wie man die Kompression prüft, können Sie in einem separaten Artikel nachlesen.

In der Regel führen eine zu späte Zündung und der Betrieb mit zu fettem Gemisch zu folgenden Konsequenzen:

  • Zündaussetzer (bei modernen Motoren Fehlercode P0300);
  • Startprobleme;
  • Unrunder Motorlauf, besonders im Leerlauf, und als Folge erhöhte Vibrationen.

Im Folgenden erklären wir, wie Sie diese Störungen beheben und die Zündkerzen reinigen können.

Was tun bei Rußablagerungen?

Zunächst muss man sich daran erinnern, dass Ölverschmutzungen und Überhitzung, die zu Ruß auf den Zündkerzen führen, sehr schädlich für das Zündsystem sind. Besonders gefährlich ist Überhitzung, da hierbei die Elektroden der Kerzen irreparabel beschädigt werden können.

Falls an Ihrem Auto nur eine einzige Kerze schwarz ist, können Sie den Fehler diagnostizieren, indem Sie die Kerzen untereinander tauschen. Wenn danach die neue Kerze an diesem Zylinder ebenfalls schwarz wird und die alte sich im anderen Zylinder reinigt, liegt das Problem nicht an der Kerze, sondern am Zylinder. Ändert sich jedoch nichts, ist die Funktionsfähigkeit der Kerze selbst fraglich.

Ölige Ablagerungen

In einigen Fällen können die Kerzen nass und schwarz sein. Meistens ist die Ursache dafür, dass Öl in den Brennraum gelangt. Zusätzliche Symptome dieses Fehlers sind:

Ölige Ablagerungen an der Kerze

Öl an der Kerze

  • Erschwerter Motorstart;
  • Aussetzer im entsprechenden Zylinder;
  • Motor ruckelt im Betrieb;
  • Blauer Rauch aus dem Auspuff.

Öl kann auf zwei Wegen in den Brennraum gelangen – von unten oder von oben. Im ersten Fall gelangt es über die Kolbenringe hinein. Das ist ein schlechtes Zeichen, da dies oft eine Motorüberholung erfordert. In seltenen Fällen hilft eine chemische Motorreinigung (Entkokung). Wenn Öl von oben in den Brennraum gelangt, kommt es aus dem Zylinderkopf über die Ventilführungen. Die Ursache hierfür sind verschlissene Ventilschaftdichtungen. Um diesen Fehler zu beheben, müssen lediglich neue, hochwertige Dichtungen eingebaut werden.

Ablagerungen am Isolator

Rötlicher Belag an der Kerze

Rötlicher Belag

In einigen Fällen kann sich Ruß, der natürlich im Brennraum entsteht, bei hohen Motordrehzahlen vom Kolben lösen und am Isolator der Kerze haften bleiben. Die Folge sind Zündaussetzer im entsprechenden Zylinder. Der Motor läuft dann unrund (läuft nur auf 3 Zylindern). Dies ist die harmloseste Situation für schwarze Zündkerzen. Sie lässt sich beheben, indem man die Oberfläche reinigt oder die Kerzen austauscht.

Wenn in Ihrem Motor schwarz-rote Zündkerzen auftauchen, bedeutet dies, dass Sie Kraftstoff mit übermäßigen metallhaltigen Additiven tanken. Dieser sollte nicht dauerhaft verwendet werden, da metallische Ablagerungen mit der Zeit einen leitfähigen Belag auf dem Isolator bilden. Die Funkenbildung verschlechtert sich, und die Kerze fällt bald aus.

Reinigung von Zündkerzen

Reinigung der Zündkerzen von Belägen

Die Reinigung der Kerzen sollte regelmäßig durchgeführt werden, ebenso wie die Sichtprüfung ihres Zustands. Es wird empfohlen, dies etwa alle 8.000 bis 10.000 Kilometer zu tun. Es bietet sich an, dies beim Ölwechsel zu erledigen. Bei Auftreten der oben beschriebenen Symptome kann dies jedoch auch früher erfolgen.

Es sei gleich gesagt, dass die veraltete Methode der Reinigung mit Schleifpapier nicht empfohlen wird. Es besteht die Gefahr, die Schutzschicht der Elektroden zu beschädigen. Dies gilt besonders für Iridium-Zündkerzen. Bei diesen ist die Mittelelektrode sehr dünn und mit Iridium beschichtet, einem seltenen Edelmetall.

Zur Reinigung der Zündkerzen benötigen Sie:

  • Ein Reinigungsmittel zum Entfernen von Kalk und Rost (z. B. Haushaltsreiniger);
  • Einweg-Plastikbecher (nach der Reinigung entsorgen, keinesfalls mehr für Lebensmittel verwenden);
  • Einen feinen Pinsel mit harten Borsten oder eine alte Zahnbürste;
  • Einen Lappen.

Der Reinigungsvorgang erfolgt nach folgendem Algorithmus:

Reinigungsvorgang

Reinigungsvorgang

  1. Füllen Sie das Reinigungsmittel so weit in den vorbereiteten Becher, dass die Elektroden der Kerze vollständig eingetaucht sind (ohne den oberen Keramikisolator).
  2. Tauchen Sie die Kerzen ein und lassen Sie sie 30 bis 40 Minuten einwirken (dabei entsteht eine chemische Reinigungsreaktion, die oft mit bloßem Auge sichtbar ist).
  3. Nach Ablauf der Zeit nehmen Sie die Kerzen heraus und entfernen mit dem Pinsel oder der Zahnbürste den Belag, wobei Sie besonders auf die Elektroden achten sollten.
  4. Spülen Sie die Kerzen unter warmem fließendem Wasser ab, um Chemikalien und Schmutzreste zu entfernen.
  5. Trocknen Sie die Kerzen nach dem Waschen gründlich mit dem vorbereiteten Lappen ab.
  6. Der letzte Schritt ist das Trocknen der Kerzen auf der Heizung, im Backofen (bei niedriger Temperatur +60…+70°C) oder mit einem Föhn (wichtig ist, dass das restliche Wasser vollständig verdunstet).

Führen Sie die Prozedur sorgfältig durch und entfernen Sie allen Schmutz und Belag von der Oberfläche. Denken Sie daran: Saubere und gereinigte Zündkerzen arbeiten 10–15 % effizienter als verschmutzte.

Fazit

Das Auftreten einer schwarzen Zündkerze bei Vergaser- oder Einspritzmotoren kann verschiedene Ursachen haben. Meistens sind es gleich mehrere Faktoren. Zum Beispiel falsch gewählte Kerzen, langes Fahren bei hohen Drehzahlen, falsch eingestellte Zündung, defekte Ventilschaftdichtungen usw. Daher empfehlen wir Ihnen, bei den beschriebenen Symptomen und auch einfach periodisch den Zustand der Zündkerzen Ihres Autos zu überprüfen.

Kontrollieren und reinigen Sie die Kerzen bei jedem Ölwechsel (8.000 – 10.000 km). Wichtig ist, dass der Elektrodenabstand korrekt eingestellt ist und der Isolator sauber ist. Ein Wechsel der Zündkerzen wird alle 40.000 bis 50.000 Kilometer empfohlen (Platin und Iridium alle 80.000 bis 90.000 km).

So verlängern Sie nicht nur die Lebensdauer des Motors, sondern erhalten auch die Leistung und den Fahrkomfort. Weitere Informationen zur Motordiagnose anhand des Kerzengesichts finden Sie in unseren weiterführenden Artikeln.

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