Ölkontrollleuchte leuchtet: Ursachen und richtiges Handeln
Die Ölkontrollleuchte sollte bei laufendem Motor und ausreichendem Ölstand erloschen sein. Leuchtet sie auf, deutet dies auf eine Störung hin: niedriger Ölstand in der Ölwanne, kritisch niedriger Druck im System (verstopfter Filter, Probleme mit der Pumpe) oder defekte Sensoren. Zunächst müssen Sie auf die Farbe des Symbols achten (Gelb steht für den Füllstand, Rot für den Druck) und den Ölstand mit dem Messstab prüfen.

Das Fahrzeug mit leuchtender Öldrucklampe weiterzubewegen ist verboten, da der Motor unter Mangelschmierung leidet. Dies führt schnell zu einem Kolbenfresser und einem kapitalen Motorschaden. Wenn die gelbe Lampe (Niveau) leuchtet und der Messstab noch Öl anzeigt (wenn auch am Minimum), können Sie vorsichtig bis zur nächsten Werkstatt fahren. Leuchtet die Lampe rot (Druck), ist eine Weiterfahrt absolut tabu.
Ursachen, warum die Öllampe leuchtet
Bevor wir die Ursachen analysieren, ist eine Unterscheidung wichtig. Die Kontrollleuchten werden vom Bordsystem gesteuert. Üblicherweise signalisiert ein gelbes Symbol (Ölkanne, manchmal mit Wellenlinie darunter) einen zu niedrigen Ölstand. Eine rote Lampe warnt vor zu niedrigem Öldruck. Auf modernen Displays können auch Textmeldungen erscheinen.
Die Lampen werden von unterschiedlichen Sensoren angesteuert. Selbst bei niedrigem Füllstand kann die Pumpe noch Druck aufbauen, solange Öl vom Ansaugsieb erfasst wird. Umgekehrt kann der Füllstand korrekt sein, aber aufgrund einer defekten Pumpe fehlt der Öldruck.
Hier sind die Hauptgründe für das Aufleuchten der Anzeigen:
Niedriger Ölstand in der Ölwanne. Das häufigste Problem. Fällt der Pegel unter das Minimum, löst der Niveausensor aus (gelbe Anzeige). Ignoriert man dies, saugt die Pumpe Luft an, der Druck fällt ab und die rote Lampe geht an. Dies geschieht meist durch natürlichen Ölverbrauch oder Undichtigkeiten.

Ölstandskontrolle mit dem Messstab
Manchmal leuchtet die Lampe kurzzeitig bei starkem Bremsen, in Kurven oder an Steigungen auf. Das bedeutet, dass der Ölstand grenzwertig ist: Durch die Neigung schwappt das Öl vom Sensor weg. Ein klares Signal, den Messstab zu prüfen und Öl nachzufüllen.
Falsch gewähltes Motoröl. Ist die Viskosität für die aktuelle Temperatur zu hoch (Öl ist bei Frost zu dickflüssig) oder zu niedrig (Öl wird bei Hitze zu dünn wie Wasser), kann der Drucksensor anschlagen. Entweder schafft es die Pumpe nicht, das dicke Öl zu fördern, oder das zu dünne Öl hält den Druck in den Lagerspalten nicht aufrecht.
Minderwertiger Ölfilter. Der Filter sollte ein Rückschlagventil besitzen, das das Öl im Filter hält, wenn der Motor aus ist. Funktioniert dieses Ventil nicht, läuft das Öl in die Wanne zurück. Beim nächsten Start benötigt die Pumpe einige Sekunden, um das System wieder zu füllen. In dieser Zeit leuchtet die Drucklampe. Erlischt sie nach 2-3 Sekunden, ist das tolerierbar; dauert es länger, sollte der Filter getauscht werden.
Verstopfter Ölfilter. Ist das Filterelement mit Schmutz zugesetzt, sinkt der Durchfluss. Der Systemdruck fällt ab, was den Sensor auslösen kann. Dies passiert oft bei starker Überziehung der Wechselintervalle.
Druckregelventil der Ölpumpe. Das Ventil reguliert den Systemdruck. Ist die Feder erlahmt oder der Kolben in offener Position verklemmt, wird der nötige Druck nicht aufgebaut, und die Lampe leuchtet oder flackert im Leerlauf.
Defekter Ölstandsensor. Leuchtet die Niveau-Lampe, obwohl der Peilstab einen korrekten Stand anzeigt, könnte der Schwimmer des Sensors hängen oder die Verkabelung beschädigt sein.
Defekter Öldrucksensor. Ein häufiges Problem. Der Sensor kann falsche Werte liefern, einen Kurzschluss haben oder undicht sein. Im Winter kann es vorkommen, dass Öl durch das Sensorgehäuse gedrückt wird, wodurch der Kontakt verloren geht oder der gemessene Druck abfällt.

Verstopftes Ansaugsieb (Ölsieb). In der Ölwanne sitzt der Ansaugschnorchel mit einem Grobfilter. Wenn dieses Sieb durch Ölkohle und Schlamm verstopft ist, kann die Pumpe nicht genug Öl ansaugen. Der Druck fällt, es kommt zur Mangelschmierung.
Defekte Ölpumpe. Verschleiß an den Zahnrädern oder dem Rotor der Pumpe führt zu Leistungsverlust. Die Öldrucklampe beginnt oft bei warmem Motor im Leerlauf zu flackern.
Ölverlust. Prüfen Sie den Motor auf Leckagen: am Filter, am Drucksensor, an den Kurbelwellensimmerringen, der Ventildeckeldichtung oder der Ölwanne.
Verstopfte Ölkanäle. Ein Problem besonders bei modernen Motoren mit feinen Kanälen. Die Verwendung von minderwertigem Öl und seltene Wechsel führen zu Ablagerungen, die die Leitungen blockieren.
Motorverschleiß (Lagerschalen). Bei Motoren mit hoher Laufleistung vergrößern sich die Spiele in den Kurbelwellenlagern (Pleuellager). Das Öl entweicht durch diese Spalten schneller, als die Pumpe Druck aufbauen kann. Die Lampe leuchtet oft bei heißem Motor im Leerlauf auf.
Kühlwasser oder Kraftstoff im Öl. Bei einer defekten Zylinderkopfdichtung kann Kühlwasser ins Öl gelangen und eine Emulsion bilden. Das Öl verdünnt sich und verliert seine Schmiereigenschaften. Erkennbar am weißen Rauch aus dem Auspuff und steigendem Ölstand (das Öl sieht aus wie Milchkaffee).
Was tun, wenn die Öllampe leuchtet
Die Maßnahmen hängen davon ab, welche Lampe leuchtet (Farbe) und unter welchen Bedingungen.
Niedriger Füllstand (meist gelbe Lampe). Wenn die gelbe Kanne leuchtet oder Sie am Messstab einen niedrigen Stand feststellen: Motor abstellen, 5-10 Minuten warten (damit das Öl zurückfließt) und Öl bis zur Norm (zwischen MIN und MAX) nachfüllen.
Am besten füllen Sie das gleiche Öl nach, das bereits im Motor ist. Zur Not ist jedoch jedes Motoröl besser als gar keins. Eine vorsichtige Fahrt zur Werkstatt für einen kompletten Ölwechsel ist in diesem Fall möglich, jedoch ohne hohe Motorlast.
Wenn die ROTE Lampe leuchtet (Druck). Halten Sie an einer sicheren Stelle an und stellen Sie den Motor ab. Prüfen Sie den Ölstand.
1. Kein Öl (Messstab trocken): Öl nachfüllen. Motor starten. Wenn die Lampe erlischt, können Sie unter ständiger Kontrolle weiterfahren. Läuft das Öl jedoch unten wieder heraus, rufen Sie einen Abschleppdienst.
2. Ölstand okay, aber Lampe leuchtet: Der Motor darf nicht gestartet werden. Das Problem liegt im Öldruck (Pumpe, Lager, verstopfte Kanäle). Eine Weiterfahrt führt zum Motorschaden. Rufen Sie den Abschleppdienst.

Prüfung des Öldrucksensors. Erfahrene Fahrer, die einen Sensorfehler vermuten (Ölstand okay, Motor läuft ruhig ohne Klackern), können den Sensor prüfen. Oft ist er undicht oder der Stecker ist abgerutscht. Eine genaue Prüfung erfolgt durch Einschrauben eines mechanischen Manometers anstelle des Sensors. Zeigt das Manometer normale Werte, tauschen Sie den Sensor. Ist kein Druck da, muss der Motor repariert werden.
Verstopfter Filter. Tritt das Problem im Winter beim Kaltstart oder direkt nach einem Ölwechsel auf, könnte der Filter fehlerhaft sein. Ein Austausch löst das Problem oft.

Leckagen und Ölverbrauch. Müssen Sie ständig nachfüllen, muss die Ursache gesucht werden. Blauer Rauch aus dem Auspuff deutet auf Verschleiß an Kolbenringen oder Ventilschaftdichtungen hin. Ölflecken unter dem Auto auf undichte Simmerringe.
Defekte Zylinderkopfdichtung. Wenn das Öl eine milchige Farbe hat und Kühlwasser fehlt, ist die Kopfdichtung hinüber. Der Motor darf nicht weiter betrieben werden, eine Reparatur ist dringend nötig.
Seltene Ursachen und Nuancen
- Elektronikfehler. Eine beschädigte Isolierung am Kabel des Drucksensors kann einen Masseschluss verursachen und so die Lampe fälschlicherweise aktivieren.
- Start im Winter. Bei strengem Frost ist das Öl dickflüssig. Beim Start kann die Lampe 2-5 Sekunden leuchten, bis das System durchölt ist. Erlischt sie danach und der Motor läuft normal, ist das akzeptabel.
Wie weit kann man noch fahren, wenn die Öllampe leuchtet?
Zusammenfassung:
- Rote Ölkanne (kein Druck): 0 km. Weiterfahrt verboten. Motor sofort abstellen.
- Gelbe Ölkanne (niedriger Stand): Messstab prüfen. Ist noch Öl am Stab erkennbar, können Sie vorsichtig zur nächsten Tankstelle oder Werkstatt fahren. Ist der Stab trocken, muss vor dem Start nachgefüllt werden.
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