Kupplungswechsel und Austausch des Differentiallagers am Volkswagen Vento / Golf 3
Dieser Foto-Bericht zeigt, wie man bei Volkswagen Vento und Golf III die Kupplung wechselt und das Spiel im Differential des Getriebes beseitigt.
Der Hauptgrund für die Reparatur war ein Ölaustritt über die Differential-Simmerringe und Ölspuren im Motorraum. Ein reiner Austausch der Dichtringe war sinnlos, da das Differential ein erhebliches Axialspiel (ca. 10 mm) aufwies. Es wurde entschieden, das Getriebe auszubauen, das verschlissene Differentiallager zu ersetzen und gleichzeitig einen neuen Kupplungssatz zu montieren.
Ersatzteile und Werkzeuge
Für die Arbeiten werden benötigt:
- Eine Grube oder Hebebühne;
- zwei Wagenheber und stabile Unterstellböcke;
- ein Satz Schlüssel und Nüsse (inkl. 12-Kant-Nüsse);
- ein Drehmomentschlüssel;
- Kupplungssatz und Differentiallager.
Die Artikelnummern dienen als Beispiel für den Golf 3 (1.8 l, 90 PS, Motoren ABS, ADZ).
| Bezeichnung | Artikelnummer |
|---|---|
| Kupplungsdruckplatte, Ø 215 mm | VAG 028 141 025 B |
| Luk 122 011 5 10 | |
| SACHS 3082 194 233 | |
| Mitnehmerscheibe (Kupplungsscheibe), Außen-Ø 215 mm | VAG 028141034N |
| Jp Group 1130201600 | |
| Luk 322 0147 11 | |
| Ausrücklager | VAG 02A 141 165 M |
| Luk 500 0440 10 | |
| SKF VKC 2241 |
Für 1.8 und 2.0 Liter Motoren mit Getriebetyp 020 können die Artikelnummern und der Durchmesser der Kupplungsscheiben (von 210 mm bis 228 mm) variieren, daher muss die Teileauswahl strikt nach Fahrgestellnummer (VIN) erfolgen.
Nachfolgend wird der Reparaturvorgang für das 5-Gang-Getriebe Typ 020 (Code CHE) beschrieben. Das Verfahren zum Aus- und Einbau ist ähnlich für Getriebe des Typs 085 (verbaut bei 1.4 und 1.6 l Motoren).
Das Fahrzeug über die Grube fahren und sicher auf Unterstellböcken fixieren.
Da beim Getriebeausbau zwei der drei Motorlager gelöst werden müssen, muss das Aggregat abgefangen werden. Man kann eine professionelle Motorbrücke verwenden oder, wie in diesem Fall, eine stabile Konstruktion aus Metallwinkeln, die über Holzunterlagen auf den Kotflügeln aufliegen. Der Motor wird an einem Stahlseil (3 mm) aufgehängt.
Befestigungspunkt des Seils am Motor auf der einen Seite.
Befestigungspunkt auf der anderen Seite.
Nun können die Befestigungen gelöst werden:
- Schrauben des vorderen Motorlagers (16er Nuss): eine Schraube „Lager – Gummipuffer“, drei Schrauben „Lager – Anlasser – Getriebe – Motor“.
- Schrauben des hinteren Lagers. Drei Schrauben zur Befestigung am Getriebe und die Schraube des Gummipuffers.
- Schrauben der inneren Antriebswellengelenke an den Getriebeflanschen (6 Vielzahn-Schrauben pro Seite).
- Schaltgestänge, Stecker für Geschwindigkeitssensor und Rückfahrlicht, Kupplungsseil.
Das Getriebe ist jetzt noch mit drei Schrauben am Motor befestigt (zwei oben, eine unten). Nachdem diese gelöst sind, ziehen wir das Getriebe vorsichtig von den Führungen und nehmen es ab. Das Gewicht der Einheit beträgt ca. 30 kg.
Nach dem Ausbau des Getriebes sind Schwungrad und Kupplung zugänglich.
Sichtprüfung der alten Kupplungsscheibe.
Die 9 Schrauben, mit denen das Schwungrad an der Druckplatte befestigt ist, herausdrehen (hierfür wird eine 12-Kant-Nuss SW 9 benötigt) und das Schwungrad abnehmen.
Die alte Mitnehmerscheibe entnehmen.
Die Druckplatte (den Kupplungsautomaten) überprüfen.
Die Befestigungsschrauben der Druckplatte an der Kurbelwelle lösen und die Platte abnehmen.
Den neuen Kupplungssatz vorbereiten (in diesem Fall von Luk).
Die neue Druckplatte anschrauben (neue Schrauben sind meist im Lieferumfang enthalten). Die Mitnehmerscheibe und das Schwungrad ansetzen. Die Schrauben ansetzen, aber noch nicht festziehen, damit sich die Kupplungsscheibe noch bewegen lässt. Wichtig: Die Scheibe muss exakt zentriert werden. Am besten verwendet man einen Zentrierdorn (Nachbildung der Getriebeeingangswelle), aber zur Not kann man auch einen Messschieber verwenden und den Abstand zu den Rändern gleichmäßig ausmessen. Nach der Zentrierung das Schwungrad mit dem im Handbuch angegebenen Drehmoment festziehen.
Weiter zur Getriebeinstandsetzung (Typ 020, CHE). Um an das Differential zu gelangen, muss das Getriebegehäuse geöffnet („geteilt“) werden. Der detaillierte Prozess der Wellendemontage wird hier übersprungen.
Innenansicht des Getriebes bei abgenommenem Gehäusedeckel.
Die Getriebeeingangswelle (Primärwelle).
Das Getriebegehäuse (Kupplungsglocke).
Auf dem Foto ist zu erkennen, dass das Gehäuse Verschleißspuren („Einschleifungen“) aufweist, die durch das Spiel des lockeren Differentials verursacht wurden.
Ursache für das Spiel war ein stark verschlissenes und „gesetztes“ Kegelrollenlager.
Ein neues Lager einbauen (hier von SKF).
Achtung: Nach Werksvorgabe ist beim Wechsel von Kegelrollenlagern am Differential zwingend die Auswahl einer passenden Einstellscheibe (Shim) erforderlich, um die korrekte Lagervorspannung zu gewährleisten. In diesem Beispiel wurden die alten Scheiben belassen, was jedoch riskant ist. Um die Lebensdauer der Einheit zu garantieren, sollte das Spiel mit einer Messuhr geprüft und die Scheibe entsprechender Dicke gewählt werden. Das Getriebe unter Verwendung von Gehäusedichtmasse wieder zusammenbauen.
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