Defekte am Turbolader: Anzeichen, Ursachen und Vorbeugung

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Der Turbolader ist trotz der von den Herstellern versprochenen Langlebigkeit enormen Belastungen ausgesetzt. Daher müssen sich Besitzer von Diesel- und Benzin-Turbomotoren früher oder später mit der Wartung dieses Bauteils befassen. Um Probleme rechtzeitig zu erkennen, sollten Sie auf ungewöhnliches Verhalten Ihres Fahrzeugs achten.

Häufige Turbolader-Defekte und deren Behebung

Anzeichen für einen defekten Turbolader:

  • Leistungsverlust (der Motor zieht nicht mehr, reagiert träge);
  • beim Beschleunigen kommt blauer, schwarzer oder weißer Rauch aus dem Auspuff;
  • bei laufendem Motor sind Pfeifen, Rauschen oder Schleifgeräusche zu hören;
  • der Ölverbrauch steigt drastisch an oder es sind Leckagen sichtbar;
  • der Ladedruck fällt häufig ab.


Treten solche Symptome auf, ist eine gründliche Überprüfung des Turbos erforderlich.

Diagnose: Was die Symptome verraten

  1. Blauer Rauch ist ein Zeichen für verbranntes Öl in den Zylindern, das durch den Turbolader oder durch verschlissene Kolbenringe dort hingelangt ist. Schwarzer Rauch deutet auf ein zu fettes Gemisch hin (Luftleck im Ladeluftsystem oder zu wenig Ladedruck). Weißer Rauch kann auf eine Verstopfung der Ölrücklaufleitung des Turbos hinweisen.
  2. Ursache für ein Pfeifen ist oft eine Undichtigkeit am Übergang vom Verdichter zum Motor (undichte Schläuche oder Ladeluftkühler). Schleifgeräusche sind ein kritisches Signal: Das Verdichterrad berührt das Gehäuse (Lagerschaden).
  3. Wenn der Turbo abschaltet oder keinen Ladedruck aufbaut, sollten die VTG-Steuerung (Aktuator) und die Dichtheit des Unterdrucksystems geprüft werden.
90 % aller Turbolader-Probleme hängen mit der Qualität und dem Druck des Motoröls zusammen.

Den meisten Turboladerschäden liegen drei Hauptursachen zugrunde.

Ölmangel und geringer Öldruck

Dies entsteht durch Leckagen, zu niedrigen Ölstand in der Wanne oder geknickte Ölleitungen. Die Folge ist eine Mangelschmierung, die zu sofortiger Überhitzung und Verschleiß der Welle und der Gleitlager führt. Die Bauteile fallen schnell aus und müssen ersetzt werden.

Schon 5 Sekunden Betrieb ohne Öl können den Turbolader irreparabel beschädigen.

Verschmutztes Öl

Ursachen sind oft überzogene Wechselintervalle von Öl und Filter oder das Eindringen von Kraftstoff bzw. Kühlwasser in den Schmierstoff. Schleifpartikel im Öl zerkratzen Welle und Buchsen, was zu Spiel (Lagerschaden) führt. Verkoktes Öl verstopft zudem die Zuführungsleitungen.

Eindringen von Fremdkörpern

Gegenstände im Ansaugtrakt (Muttern, Sand, Teile des Luftfilters) zerstören die Schaufeln des Verdichterrads. Fremdkörper aus dem Motor (Bruchstücke von Kolbenringen, Ventilen, Ölkohle) zerstören das turbinenseitige Abgasrad. In beiden Fällen wird die Wuchtung zerstört, was zum Totalausfall führt.

Aufbau und Funktionsweise eines Turboladers

Aufbau eines Kfz-Turboladers: 1. Verdichterrad; 2. Lager; 3. Aktuator (Druckdose); 4. Ölzufluss-Stutzen; 5. Rotor/Welle; 6. Rumpfgruppe (Cartridge); 7. Abgasgehäuse; 8. Verdichtergehäuse.

Kann man einen Turbolader selbst reparieren?

Der Aufbau eines Turboladers wirkt simpel, doch eine Instandsetzung erfordert höchste Präzision. In Eigenregie können Sie eine visuelle Diagnose durchführen, den Turbo ausbauen sowie das Spiel des Lüfterrads und die Dichtheit der Schläuche prüfen.

Achtung! Das Zerlegen der Rumpfgruppe (Austausch von Welle, Lagerbuchsen, Verdichterrad) ist in der Heimwerkstatt nicht möglich. Nach jedem Austausch innerer Komponenten muss der Rotor auf einem speziellen Wuchtstand dynamisch ausgewuchtet werden. Kleinste Unwuchten zerstören bei Drehzahlen bis zu 200.000 U/min das Bauteil augenblicklich.

Selbstständig durchführbar ist lediglich der Austausch von Baugruppen (die komplette, werkseitig gewuchtete Rumpfgruppe oder der ganze Turbolader) sowie die Behebung von Problemen bei der Öl- und Luftversorgung.

Reparatur eines Diesel-Turboladers

Vorbeugung von Turboladerschäden

Um die Lebensdauer des Turboladers zu verlängern, befolgen Sie diese einfachen Regeln:

  1. Wechseln Sie rechtzeitig die Luftfilter (ein verstopfter Filter erzeugt Unterdruck und zieht Öl aus dem Turbo).
  2. Verwenden Sie nur hochwertiges, vom Hersteller freigegebenes Motoröl.
  3. Verkürzen Sie bei Turbomotoren das Intervall für den Ölwechsel auf etwa 7.000 bis 10.000 km.
  4. Schalten Sie den Motor nach flotter Fahrt nicht sofort ab. Lassen Sie ihn 1–3 Minuten im Leerlauf nachlaufen, damit der Turbo abkühlen kann. Dies verhindert das Verkoken des Öls in den Lagern (sofern kein Turbolader-Nachlaufregler verbaut ist).
  5. Prüfen Sie regelmäßig die Dichtheit des Ansaug- und Abgassystems.

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