Falschluft am Auto
Wenn das Auto beim Anfahren ruckelt, sich kurz „verschluckt“ oder in manchen Fällen sogar ausgeht, liegt die Ursache zu 99 % bei Falschluft (auch Nebenluft genannt). Da zusätzliche Luft, die nicht vom Steuergerät erfasst wurde, in die Zylinder gelangt, magert das Gemisch stark ab. Die Folge sind Zündprobleme: Der Motor läuft unrund, stottert und kann im Leerlauf absterben.

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Symptome von Falschluft
Die Anzeichen dafür, dass der Motor Falschluft zieht, sind meist eindeutig:
- Schlechtes Startverhalten am Morgen.
- Unruhiger Leerlauf – Die Leerlaufdrehzahl schwankt ständig oder fällt unter den Sollwert, der Motor droht auszugehen. Bei Fahrzeugen mit Vergaser lässt sich der Leerlauf kaum noch über die Gemischschraube einstellen, da die Luft den Leerlaufkanal umgeht.
- Leistungsverlust – Bei Systemen mit LMM (Luftmassenmesser) sinkt die Leerlaufdrehzahl; bei Systemen mit MAP-Sensor (Saugrohrdrucksensor) ist es oft umgekehrt: erhöhte Leerlaufdrehzahl, Lambdasonden-Fehler, zu mageres Gemisch und Zündaussetzer.
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch – Um anzufahren und die Geschwindigkeit zu halten, muss man mit höheren Drehzahlen fahren und länger in niedrigen Gängen bleiben.
Wo zieht der Motor Falschluft?
Zu den häufigsten Stellen, an denen Undichtigkeiten auftreten, gehören:
- Dichtung der Ansaugbrücke (Ansaugkrümmer);
- Drosselklappendichtung;
- Ansaugschlauch vom Luftfilter zur Drosselklappe;
- Dichtringe (O-Ringe) der Einspritzdüsen;
- Bremskraftverstärker;
- Unterdruckschläuche;
- Tankentlüftungsventil;
- Leerlaufregler (falls vorhanden).


Eine gesonderte Betrachtung verdienen Vergasermotoren – hier gibt es keine Elektronik, und die Falschluft tritt meist am Bremskraftverstärker oder direkt am Vergaser auf.
Leckstellen (Vergaser)
- An der Gemischregulierschraube.
- An der Vergaserfußdichtung – verrußte Stellen sind ein sicheres Indiz.
- Durch eine undichte Drosselklappe.
- Über die Drosselklappenwellen.
- Durch defekte Membranen an der Beschleunigerpumpe oder Startautomatik.
Luft im Dieselsystem
Im Kraftstoffsystem eines Dieselmotors gelangt Luft meist durch undichte Verbindungen im Niederdruckbereich (vom Tank zum Filter und vom Filter zur Hochdruckpumpe) in die Leitungen.
Ursachen beim Diesel
Luft dringt in das undichte System ein, weil der atmosphärische Druck höher ist als der Unterdruck, der entsteht, wenn die Pumpe Diesel aus dem Tank saugt. Solche Undichtigkeiten sind oft schwer zu finden, da meist kein Kraftstoff nach außen austritt.
Bei modernen Dieselmotoren tritt das Problem häufiger auf als bei älteren Modellen. Dies liegt an der Bauweise der Kraftstoffleitungen: Früher bestanden diese oft aus Messing, heute werden Schnellverschlüsse aus Kunststoff verbaut, die eine begrenzte Lebensdauer haben.
Der Kunststoff reibt sich durch Vibrationen ab, und die Gummi-O-Ringe härten aus. Besonders im Winter bei Fahrzeugen mit über 150.000 km Laufleistung wird dies zum Problem.
Häufige Ursachen sind:
- alte Schläuche und lockere Schellen;
- beschädigte Kraftstoffleitungen;
- Undichtigkeiten am Anschluss des Kraftstofffilters;
- Undichtigkeiten in der Rücklaufleitung;
- undichte Wellendichtringe an der Antriebswelle oder am Deckel der Einspritzpumpe.
Meist handelt es sich schlicht um alternde Gummidichtungen. Luft kann dabei sowohl über den Vorlauf als auch über den Rücklauf ins System gelangen.
Symptome von Luft im System
Das häufigste Anzeichen: Das Auto springt morgens oder nach längerer Standzeit schlecht an, der Anlasser muss lange orgeln (dabei tritt oft weißer Rauch aus dem Auspuff aus – ein Zeichen, dass Diesel eingespritzt wird). Bei massiven Undichtigkeiten startet der Motor nicht nur schwer, sondern geht auch während der Fahrt aus oder läuft unrund.
Dies liegt daran, dass die Pumpe den Kraftstoffschaum nur bei hohen Drehzahlen schnell genug durchdrücken kann, im Leerlauf jedoch nicht mit der großen Luftmenge zurechtkommt. Um festzustellen, ob das Problem wirklich an Luft im System liegt, hilft der Einbau durchsichtiger Schläuche.
Diagnose beim Diesel
Luft kann über Verbindungen, beschädigte Leitungen oder sogar im Tank angesaugt werden. Die Fehlersuche erfolgt entweder nach dem Ausschlussverfahren oder durch Beaufschlagung des Systems mit Druck.
Die zuverlässigste Methode ist das Ausschlussverfahren: Man versorgt jeden Abschnitt des Kraftstoffsystems nacheinander mit Diesel aus einem Kanister statt aus dem Tank. Zuerst schließt man den Kanister direkt an die Pumpe an, dann vor dem Filter usw.
Schneller geht es oft, wenn man den Tank leicht unter Druck setzt. An der undichten Stelle ist dann entweder ein Zischen zu hören oder es tritt Feuchtigkeit (Diesel) aus.

Falschluft im Ansaugkrümmer
Falschluft im Ansaugtrakt bedeutet, dass Luft in den Motor gelangt, die nicht vom Luftmassenmesser (LMM) oder Saugrohrdrucksensor (MAP) gemessen wurde. Dies führt zu einem mageren Gemisch und somit zu Motorlaufproblemen.
Ursachen
- Mechanische Beschädigung.
- Überhitzung (beeinträchtigt die Elastizität von Dichtungen und Dichtmasse).
- Übermäßiger Einsatz von aggressiven Reinigern (kann Dichtungen und Dichtmittel angreifen).
Besonders schwierig zu finden sind Undichtigkeiten im Bereich der Dichtung zwischen Zylinderkopf und Ansaugbrücke.
Falschluft finden: Methoden
Bei Benzinmotoren gelangt die Falschluft meist durch undichte Schläuche, defekte Injektor-Dichtungen oder den Bremskraftverstärker ins System.
Nachdem wir die typischen Stellen kennen, sehen wir uns an, wie man sie findet. Dafür gibt es mehrere bewährte Methoden.

Einfache Nebelmaschine aus einer Zigarette

Öl-Nebelmaschine (Eigenbau)
Der einfachste Weg, um Falschluft nach dem Luftmassenmesser zu prüfen: Lösen Sie den Ansaugschlauch samt Sensor vom Luftfiltergehäuse und starten Sie den Motor. Verschließen Sie dann die Öffnung mit der Hand (oder einem passenden Gegenstand). Ist das System dicht, sollte sich der Schlauch zusammenziehen und der Motor sofort ausgehen. Passiert das nicht und hören Sie ein Zischen, zieht er irgendwo Nebenluft. Wenn diese Methode kein Ergebnis liefert, müssen andere Wege beschritten werden.
Häufig sucht man Lecks durch Abklemmen von Schläuchen oder durch Absprühen verdächtiger Stellen mit brennbaren Flüssigkeiten wie Bremsenreiniger oder Starthilfespray (Vorsicht Brandgefahr!). Die effektivste Methode ist jedoch der Einsatz einer Nebelmaschine (Smoke Leak Detector).
Die Suche im Detail
Probleme im Leerlauf und Fehlercodes bezüglich "Gemisch zu mager" treten meist erst bei starken Lecks auf. Kleinere Undichtigkeiten lassen sich durch Beobachtung der Kraftstoffkorrekturwerte (Fuel Trims) per Diagnosegerät erkennen.
Suche durch Abklemmen von Schläuchen
Lassen Sie den Motor im Leerlauf laufen. Versuchen Sie zunächst, ein Zischen zu hören. Falls das nicht hilft, klemmen Sie nacheinander die Schläuche ab, die zur Ansaugbrücke führen (vom Benzindruckregler, Bremskraftverstärker usw.). Wenn sich beim Abklemmen eines Schlauchs der Motorlauf verändert (ruhiger wird), liegt der Fehler in diesem Zweig.
Manchmal wird auch die Druckluft-Methode angewendet. Dabei wird bei abgestelltem Motor der Ansaugtrakt verschlossen und über einen Schlauch Druckluft eingeleitet. Zuvor wird das System mit Seifenwasser eingesprüht, um Blasenbildung an der undichten Stelle zu erkennen.

Falschluftsuche durch Absprühen
Absprühen mit Bremsenreiniger
Eine gängige Werkstatt-Methode ist das Absprühen der Verbindungsstellen mit einer brennbaren Flüssigkeit bei laufendem Motor. Geeignet sind Bremsenreiniger oder Starthilfespray. Wenn Sie die undichte Stelle treffen, ändert sich die Motordrehzahl (sie steigt kurz an oder fällt ab), da der Brennstoff angesaugt und verbrannt wird.
Typische Stellen zum Absprühen:
- Gummischläuche vom LMM zur Drosselklappe und zum Leerlaufregler.
- Verbindung zwischen Ansaugbrücke und Zylinderkopf (Dichtungsbereich).
- Drosselklappenflansch.
- Dichtringe der Einspritzdüsen.
- Alle Unterdruckschläuche und deren Anschlüsse.
Prüfung mit einer Nebelmaschine
Eine professionelle Nebelmaschine haben die wenigsten Heimwerker, daher ist dies meist eine Methode für die Werkstatt. Wer jedoch gerne bastelt, kann sich einen einfachen Rauchgenerator selbst bauen. Dabei wird dichter Rauch in das Ansaugsystem eingeleitet. An der undichten Stelle tritt der Rauch dann deutlich sichtbar aus.
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