Fehlercode P0300 – Zündaussetzer. Ursachen, Folgen und Behebung
Der Fehlercode P0300 signalisiert eine Störung der Zündreihenfolge, genauer gesagt zufällige, mehrere Zündaussetzer (Misfire). Auf Englisch meldet das Diagnosegerät: „Random cylinder misfire detection system“. Werden die Aussetzer in einem bestimmten Zylinder erkannt, ändert sich die letzte Ziffer von „P030x“ auf 1, 2, 3, 4 und so weiter bis 6 oder sogar 12, je nachdem, welcher „Topf“ betroffen ist. Der Fehler P0300 ist also der übergeordnete Code für Fehler wie P0301, P0302, P0303, P0304. Am häufigsten entstehen diese durch fehlenden Zündfunken, Probleme bei der Kraftstoffzufuhr oder Schwierigkeiten im Abgassystem.

Fehlercode P0300
Schauen wir uns die möglichen Ursachen für Zündaussetzer, warum Fehler wie P0301, P0302, P0303, P0304 oder ähnliche auftreten, sowie deren Folgen und Methoden zur Behebung genauer an.
Folgen des Fehlers P0300
Wenn im Motor Zündaussetzer auftreten, gelangt unverbrannter Kraftstoff in den Auspuff, wodurch die Toxizität der Abgase steigt. Dies kann wiederum zu einem Temperaturanstieg im Katalysator führen, was diesen beschädigt (die Waben schmelzen, da die Temperatur den Schwellenwert von 800 °C überschreitet). Bei einigen Fahrzeugen überwacht das Motorsteuergerät (MSG) die Häufigkeit der Zündaussetzer mithilfe von Kurbelwellen- und Nockenwellensensoren, um das Nachverbrennen von Kraftstoff im Katalysator und damit die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Neben dem Setzen des Fehlercodes P0300 und dem Aktivieren der Motorkontrollleuchte (MKL) kann das Steuergerät auch die Einspritzdüsen des betroffenen Zylinders abschalten, in dem der Aussetzer erkannt wurde. Besonders häufig treten solche Fehler bei Fahrzeugen von Herstellern wie Opel, Nissan, Kia oder auch älteren Modellen verschiedener Marken auf.
Wann wird der Fehlercode P0300 gesetzt?
Es ist zu beachten, dass der Fehlercode P0300 vom Steuergerät nur dann fixiert wird, wenn in mehreren Zylindern gleichzeitig Aussetzer erkannt werden, da ein Aussetzer in einem einzelnen Zylinder erst nach zwei aufeinanderfolgenden Wiederholungen registriert wird, wobei die Drehzahl der Kurbelwelle eine Rolle spielt. Im Leerlauf wird der Fehler nach etwa 3,5 Minuten Motorlauf gespeichert, bei Drehzahlen über 2000 U/min schon nach etwas mehr als einer Minute. Der Schwellenwert für die Registrierung des DTC im Speicher des MSG liegt bei mehr als 3,25 % fehlenden Zündungen pro 1000 Umdrehungen. Werden Zündaussetzer nur in einem bestimmten Zylinder erkannt, wird nicht P0300, sondern der Fehlercode mit der entsprechenden Zylindernummer generiert.
Wie erkennt man Zündaussetzer?
Dass die gelbe Motorkontrollleuchte wegen einer Störung der Verbrennung aufleuchtet, ist leicht zu erkennen: Infolge der Zündaussetzer läuft der Motor unrund („stottert“) im Leerlauf, es kommt zu Ruckeln und Stößen beim Beschleunigen, die Leistung lässt nach und der Kraftstoffverbrauch steigt.
Ursachen für Fehler P0300, P0301, P0302, P0303 und P0304
Leider kann das Diagnosegerät die genaue Ursache der Störung nicht immer sofort benennen. Die wahrscheinlichsten Defekte lassen sich jedoch in zwei Kategorien einteilen: Entweder gibt es nichts zu verbrennen oder es kann nicht entzündet werden. Auch wenn die Diagnose dadurch eingegrenzt wird, gibt es dennoch viele Möglichkeiten:

Zündaussetzer im Zylinder. Ursache diagnostizieren.
- In der Zündanlage
- Defekte Zündkerze;
- Durchschlag am Zündkabel;
- Defekte Zündspule (oder Zündmodul);
- Andere Probleme mit der Verkabelung und den Steckverbindern im Zündsystem.
- Minderwertiger Kraftstoff;
- Verstopfte Einspritzdüsen;
- Stark verschmutzter Kraftstofffilter;
- Zu geringer Kraftstoffdruck.

Hauptursachen für den Fehler P0300
- Verklemmte oder undichte Ventile;
- Falschluft (Leck im Ansaugtrakt);
- Geringe Kompression;
- Verstopfter Katalysator;
- Störungen im Steuertrieb (Steuerzeiten).
- Fehler an Kurbelwellen- oder Nockenwellensensoren;
- Fehler am Klopfsensor;
- Fehler am Luftmassenmesser oder Ansauglufttemperatursensor;
- Fehler im Motorsteuergerät (ECU).

Wenn kein allgemeines Problem mit mehreren Aussetzern vorliegt, sondern ein konkreter Zylinder betroffen ist (P0301, P0302, P0303, P0304), vereinfacht sich die Situation: Meist liegt das Problem in der Zündanlage. In solchen Fällen kann auch der Fehler P0363 angezeigt werden, der zusätzlich signalisiert, dass die Kraftstoffzufuhr zum betroffenen Zylinder blockiert wurde.
Empfehlungen zur Prüfung und Behebung
Als Erstes sollte man bei Zündaussetzern die Zündkabel und Zündspulen (bzw. das Modul) prüfen. Oft weisen diese eine durchgeschlagene Isolierung, einen Kabelbruch oder eine verölte Oberfläche auf. Die Kabel misst man mit einem Multimeter (normaler Widerstand ca. 4 – 10 kOhm). Um einzelne Stabzündspulen zu prüfen, reicht es oft, diese mit der Spule eines funktionierenden Zylinders zu tauschen (Quertausch) und den Fehlerspeicher erneut auszulesen. Wandert der Fehler zum anderen Zylinder, ist die Spule defekt. Bei einem Zündmodul (Block) ist eine Prüfung mit dem Tester erforderlich.
Als Nächstes sind die Zündkerzen an der Reihe – eine beschädigte Elektrode, ein falscher Elektrodenabstand oder Ölkohleablagerungen führen zu Ausfällen oder instabiler Arbeit der Kerze.
Wenn die Kerze zur Inspektion bereits herausgedreht ist, kann man gleich die Kompression im Zylinder messen. Eine zu niedrige oder fehlende Kompression führt zu unzureichender Verdichtung und damit zu Problemen bei der Entzündung des Gemischs.
Verstopfte Einspritzdüsen verursachen Unterbrechungen in der Kraftstoffversorgung. Leider lassen sich diese ohne Prüfstand nicht so einfach testen. Der einzige Rat für den Hausgebrauch: Tanken Sie Kraftstoff mit höherer Oktanzahl und fahren Sie das Auto eine Zeit lang mit höheren Drehzahlen (4000-5000 U/min), zum Beispiel auf der Autobahn.
Ein lange nicht gewechselter Kraftstofffilter oder schlechtes Benzin sind häufige Ursachen für eine instabile Arbeit der Einspritzdüsen. Erinnern Sie sich daran, wann der Filter zuletzt gewechselt wurde und wo Sie zuletzt getankt haben.
Ein klemmendes AGR-Ventil (EGR) oder Undichtigkeiten an der Ansaugkrümmerdichtung (Falschluft) können ebenfalls zufällige Zündaussetzer verursachen. Da dies optisch schwer zu erkennen ist, sollten Sie bei der Computerdiagnose auf den Parameter „Long Term Fuel Trim“ (Langzeit-Gemischadaption) achten. Dieser zeigt an, wie stark das Steuergerät ein Ungleichgewicht im Luft-Kraftstoff-Gemisch ausgleicht. Wenn dieser Wert um mehr als 10 % abweicht, deutet dies oft auf ein Vakuumleck oder Falschluft hin.
Seltener sind Ursachen wie verstellte Steuerzeiten oder eine blockierte Abgasabführung. Diese werden vom Steuergerät überwacht, sodass neben dem Code P030X auch andere Fehlercodes bezüglich Katalysator, Lambdasonde oder Nockenwellen auftreten würden.
Ich hoffe, diese Tipps helfen Ihnen nicht nur, die Ursache der Störung zu verstehen, sondern sie auch selbstständig zu beheben, ohne unnötige Werkstattkosten zu verursachen, oder zumindest nur das tatsächlich defekte Teil zu ersetzen, anstatt auf Verdacht alles auszutauschen.
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