Wie misst man den Ruhestrom am Auto?
Eine Überprüfung des Ruhestroms ist notwendig, wenn sich die Batterie schnell entlädt, selbst wenn das Fahrzeug parkt. Davor, dass der Motor eines Morgens nicht anspringt, sind selbst Besitzer neuerer Fahrzeuge nicht gefeit, wenn sie den Zustand der Elektrik und nachträglich eingebauter Geräte vernachlässigen.
Am häufigsten tritt das Problem bei älteren Gebrauchtwagen auf. Witterungsbedingungen und Streusalz führen zu rissiger Kabelisolierung und korrodierten Kontakten. Oft sind aber auch unsachgemäß installierte Radios oder Alarmanlagen die Ursache.

Für die Prüfung genügt ein handelsübliches Multimeter. Das Ziel ist es, durch das Ausschlussverfahren den Stromkreis oder das spezifische Gerät zu identifizieren, das die Batterie im Ruhezustand (bei ausgeschalteter Zündung) leert.
Ungewollter Stromfluss im Bordnetz führt zu einer schnellen Tiefentladung der Batterie, Sulfatierung der Bleiplatten und im schlimmsten Fall zu einem Kabelbrand durch Kurzschluss.
Normwerte für den Ruhestrom
Bei PKWs kann ein Ruhestrom von bis zu 40 mA als normal angesehen werden. Dieser Wert gilt für die Standardelektronik (Steuergeräte, Uhr, Werks-Alarmanlage). Wenn zusätzliche Geräte installiert sind, steigt der zulässige Ruhestrom. Häufig erhöhen nachgerüstete Radios, Verstärker oder GPS-Tracker den Verbrauch.
Wenn Sie feststellen, dass die Werte über der zulässigen Norm liegen (z. B. mehr als 80–100 mA), müssen Sie den konkreten Stromkreis finden, in dem der Energieverlust auftritt.
Geräte zur Ruhestrommessung
Die Suche nach stillen Verbrauchern erfordert kein teures Spezialwerkzeug. Ein Multimeter, das Gleichstrom bis 10 A messen kann, ist ausreichend. Sehr komfortabel sind auch Strommesszangen, die Gleichstrom (DC) messen können.

Einstellung der Strommessung am Multimeter
Vor Beginn der Suche: Zündung ausschalten, Schlüssel abziehen, alle Türen und den Kofferraum schließen (oder bei geöffneten Türen die Schlossfallen manuell verriegeln, damit die Innenbeleuchtung ausgeht). Ist eine Alarmanlage vorhanden, sollte die Messung im geschärften Modus durchgeführt werden.
Bei Verwendung eines Multimeters stecken Sie die rote Messleitung in die Buchse „10ADC“ oder „10A“. Trennen Sie den Minuspol-Stromkreis: Lösen Sie das Kabel vom Minuspol der Batterie, halten Sie eine Messspitze an den Batteriepol selbst und die andere an die gelöste Polklemme. Der Strom fließt nun durch das Messgerät.

Messung mit der Stromzange
Strommesszangen sind einfacher zu handhaben, da der Strom ohne Abklemmen der Batterie gemessen werden kann. Wichtig ist, eine Zange zu verwenden, die Gleichstrom (DC) messen kann. Vor der Messung muss unbedingt die Nullstellungstaste (Zero) gedrückt werden. Umschließen Sie mit der Zange das gesamte Minus- oder Pluskabel und lesen Sie den Wert ab.
Ursachen für erhöhten Ruhestrom

Ein verschmutztes Batteriegehäuse begünstigt Kriechströme
Es gibt mehrere Hauptursachen. Eine häufige ist eine verschmutzte Batterie. Eine Mischung aus Staub, Feuchtigkeit und Elektrolytdämpfen auf dem Batteriedeckel wird leitfähig. Dies führt zu einer beschleunigten Selbstentladung. Die stärksten Entladungen (die eine Batterie über Nacht leeren) hängen jedoch meist mit falsch angeschlossenen Geräten oder Defekten in der Verkabelung zusammen.
Die häufigsten Gründe für Kriechstrom im Auto:

Korrodierte Kontakte sind ein häufiges Problem
- Falsch angeschlossenes Radio (Dauerplus statt Zündungsplus);
- Fehler bei der Installation von Alarmanlagen oder Dashcams;
- Korrodierte Kontakte, die Kriechwiderstände erzeugen;
- Durchgescheuerte Kabelisolierung mit Massekontakt;
- Klemmende Relais (z. B. Heckscheibenheizung oder Sitzheizung);
- Defekte Türkontaktschalter (Kofferraumlicht brennt dauerhaft trotz geschlossener Klappe);
- Defekte Lichtmaschine (Diodenplatte defekt).
Wie man den Fehler findet

Suche nach dem fehlerhaften Stromkreis durch Ziehen der Sicherungen
Die zuverlässigste Methode ist das Ausschlussverfahren über den Sicherungskasten.
- Motor abstellen, alle Verbraucher ausschalten. Motorhaube öffnen und den Haubenkontaktschalter verriegeln (damit das Steuergerät „denkt“, die Haube sei zu).
- Stellen Sie das Multimeter auf Strommessung (10A-Bereich).
- Nehmen Sie die Minusklemme von der Batterie ab.
- Verbinden Sie eine Messspitze mit dem Minuspol der Batterie und die andere mit der abgenommenen Klemme (Reihenschaltung).
- Warten Sie einige Minuten, bis die Steuergeräte in den „Schlafmodus“ (Bus-Ruhe) gegangen sind.
- Beobachten Sie die Anzeige. Wenn der Strom über der Norm liegt (z. B. über 0,05 A), beginnen Sie, nacheinander die Sicherungen und Relais aus dem Sicherungskasten zu ziehen.
Wenn Sie die Sicherung des problematischen Stromkreises ziehen, fallen die Werte am Multimeter schlagartig auf den Normalwert. Das bedeutet, dass der Verursacher in diesem Stromkreis liegt. Nun müssen nur noch die Verbraucher geprüft werden, die über diese Sicherung laufen.

Messung in Reihe am Minuspol

Anschlussschema des Multimeters
Das folgende Video zeigt den Prozess der Fehlersuche mit Multimeter und Stromzange.

Beispiel: Ruhestrom messen
Batterie auf Kriechströme prüfen (Verschmutzung)

Spannungsmessung auf dem Batteriegehäuse
Schmutz auf dem Batteriegehäuse kann Strom zwischen den Polen leiten und die Selbstentladung erhöhen.
Um dies zu prüfen, schalten Sie das Multimeter auf Spannungsmessung (20V DC). Halten Sie eine Messspitze an den Pluspol und fahren Sie mit der anderen über die schmutzige Oberfläche des Batteriedeckels in Richtung Minuspol. Wenn das Gerät eine Spannung anzeigt (auch eine kleine), fließt Kriechstrom durch den Schmutz. Diese Ströme sind zwar gering (meist Milliampere), entladen die Batterie aber stetig.
Die Lösung ist einfach: Reinigen Sie das Gehäuse mit einem Lappen und einer Sodalösung (neutralisiert Säure) und trocknen Sie es anschließend gut ab.
Lichtmaschine auf Kriechstrom prüfen
Wenn das Ziehen der Sicherungen nicht geholfen hat, kann die Ursache in der Lichtmaschine liegen (oft ist eine der Dioden im Gleichrichter defekt). In diesem Fall fließt Strom über die Lichtmaschine ab, auch wenn der Motor aus ist.

Abklemmen des Hauptkabels der Lichtmaschine zur Prüfung
Zur Diagnose:
- Schließen Sie das Multimeter in Reihe am Minuspol an (wie oben beschrieben) und stellen Sie den erhöhten Ruhestrom fest.
- Trennen Sie das dicke Hauptkabel (meist rot, verschraubt) von der Lichtmaschine. Vorsicht: Dieses Kabel kommt direkt von der Batterie (Dauerplus). Vermeiden Sie unbedingt einen Kurzschluss gegen Masse (Karosserie)! Am sichersten ist es, die Batterie vorher kurz abzuklemmen.
- Wenn nach dem Abklemmen der Lichtmaschine der Ruhestrom auf den Normalwert fällt, ist der Diodengleichrichter defekt. Die Lichtmaschine muss repariert oder getauscht werden.
Ruhestrom über den Anlasser

Prüfung des Anlassers durch Abklemmen des Pluskabels
Der Anlasser ist seltener die Ursache für eine Entladung, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Leckströme können durch klebende Kontakte im Magnetschalter oder interne Kurzschlüsse entstehen.
Die Prüfung erfolgt analog zur Lichtmaschine: Bei angeschlossenem Multimeter (im Amperemeter-Modus) schrauben Sie das Hauptstromkabel vom Magnetschalter des Anlassers ab. Wenn der Ruhestromwert sinkt, liegt das Problem beim Anlasser.

Anlasser prüfen
Indem Sie nacheinander Verbraucher und Hauptaggregate trennen, finden Sie garantiert den Übeltäter, der Ihre Batterie entlädt.
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