Lichtmaschinenregler prüfen: Anleitung und Diagnose
Die Prüfung des Lichtmaschinenreglers (Ladereglers) ist notwendig, wenn Probleme mit der Autobatterie auftreten: Sie wird entweder nicht ausreichend geladen oder überladen. Bei solchen Symptomen ist es höchste Zeit, dieses Bauteil zu überprüfen.
Ein intakter Regler sollte die Ladespannung im Bereich von 14,4–14,5 V begrenzen.
Die Aufgabe des Bauteils besteht darin, die Spannung des Stroms zu regeln, der von der Lichtmaschine zur Batterie fließt. Wenn der Regler ausfällt, wird die Batterie entweder nicht ausreichend geladen oder sie „kocht“ durch Überladung, was die Lebensdauer der Batterie drastisch verkürzt.
Die Aussicht, die Batterie wegen eines kleinen Bauteils zu ruinieren, ist ärgerlich. Daher ist es wichtig, den Zustand des Reglers (oft zusammen mit dem Kohlebürstenhalter verbaut) zu überwachen. Um ihn richtig zu testen, muss zunächst der Typ des Geräts bestimmt werden.

Arten von Spannungsreglern
Das Verständnis des Gerätetyps bestimmt den Prüfablauf. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Reglern:
- integrierte (kombinierte);
- separate (externe).

Im ersten Fall ist das Reglergehäuse mit der Kohlebürsteneinheit kombiniert und befindet sich direkt an der Lichtmaschine. Im zweiten Fall handelt es sich um einen separaten Block an der Karosserie im Motorraum (häufig bei Oldtimern).
Besonderheit moderner Regler: Das Gehäuse ist oft nicht zerlegbar und mit einer Vergussmasse versiegelt. Eine Reparatur ist aufgrund der geringen Kosten meist nicht sinnvoll, daher beschränkt sich die Diagnose darauf, den Defekt festzustellen, um die Baugruppe komplett auszutauschen.
Anzeichen für einen Defekt
Bei Unterspannung wird die Batterie nicht geladen. Morgens springt der Wagen nicht an, und während der Fahrt bemerken Sie schwaches Scheinwerferlicht sowie Störungen bei elektrischen Verbrauchern.
Bei Überspannung beginnt der Elektrolyt zu kochen (auszugasen). Auf dem Batteriegehäuse bildet sich oft ein weißer Belag, und Glühlampen in den Scheinwerfern brennen häufig durch.

Symptome, Defekte, Reparatur von Lichtmaschine und Regler
Weitere Symptome:
- Beim Einschalten der Zündung leuchtet die Ladekontrollleuchte nicht;
- Nach dem Motorstart erlischt die Batterieleuchte nicht;
- Die Helligkeit der Scheinwerfer hängt von der Motordrehzahl ab (wenn das Licht im Leerlauf schwach ist und beim Gasgeben heller wird, liegt das Problem oft am Regler);
- Das Auto startet schlecht;
- Die Batterie entlädt sich ständig sehr schnell;
- Die Fahrzeugdynamik lässt nach, besonders bei hohen Drehzahlen.
Ursachen für den Ausfall des Reglers
Die Hauptgründe für Defekte sind:
- Kurzschluss (einschließlich Windungsschluss in der Erregerwicklung);
- Durchschlag der Dioden in der Gleichrichterbrücke;
- Verpolung beim Anschließen der Batterie;
- Eindringen von Feuchtigkeit oder Öl in die Lichtmaschine;
- Verschleiß der Kohlebürsten;
- Mechanische Beschädigungen oder Fabrikationsfehler.
Die einfachste Prüfmethode (ohne Ausbau)
Eine schnelle Methode ist die Spannungsmessung an den Batteriepolen mit einem Multimeter. Dies gibt keine 100%ige Garantie, dass der Regler schuld ist (es könnte auch die Diodenplatte oder die Lichtmaschine selbst sein), ermöglicht aber eine schnelle Einschätzung des Systems.
Ablauf:
- Starten Sie den Motor und lassen Sie ihn auf Betriebstemperatur kommen.
- Schließen Sie das Multimeter an die Batteriepole an (Polarität beachten).
- Im Leerlauf (ohne Verbraucher) sollte die Spannung zwischen 13,5–14,4 V liegen.
- Schalten Sie Verbraucher ein (Licht, Heizung, Heckscheibenheizung). Die Spannung darf leicht abfallen, aber nicht unter 13,0–13,2 V.
- Erhöhen Sie die Drehzahl auf 2000–2500 U/min. Die Spannung sollte bei etwa 13,8–14,5 V liegen.
Liegt die Spannung unter 13 V, findet keine Ladung statt. Liegt sie über 14,8 V, liegt eine Überladung vor (der Regler regelt nicht ab). In beiden Fällen ist eine detaillierte Prüfung erforderlich.
Prüfung des integrierten Ladereglers

Prüfung des Spannungsreglers (Beispiel Lada)
Für eine genaue Diagnose muss der Regler ausgebaut werden. Sie benötigen: ein regelbares Labornetzteil (oder eine variable Stromquelle), eine 12-V-Glühlampe (3–5 Watt) und Kabel.

Prüfaufbau (Modell 37.3701): 1 — Batterie (oder Netzteil); 2 — Masse; 3 — Regler; 4, 5 — Anschlüsse zu den Bürsten; 6 — Kontrolllampe.
Das Prinzip der Methode:
- Schließen Sie die Lampe an die Bürstenanschlüsse (Ausgänge des Reglers) an.
- Legen Sie Spannung („Plus“ und „Minus“) vom Netzteil an die entsprechenden Eingänge des Reglers.
- Stellen Sie eine Spannung von 12–13 V ein. Die Lampe muss leuchten.
- Erhöhen Sie die Spannung langsam. Bei Erreichen der Schwelle von 14,2–14,5 V (je nach Modell) muss die Lampe erlöschen.
- Beim Senken der Spannung sollte sie wieder aufleuchten.
Wenn die Lampe von Anfang an nicht leuchtet oder bei einer Spannung über 15 V nicht ausgeht, ist der Regler defekt.
Prüfung des Reglers am Beispiel VAZ 2107 (Lada)

Spannungsregler-Test an Fahrzeugen der VAZ-Reihe
Bei älteren Fahrzeugen („Klassikern“) gibt es verschiedene Generatortypen. Alte Modelle (G-221) nutzten ein externes Relais. Seit 1996 kommen bei Generatoren wie dem G-222 integrierte Regler zum Einsatz. Der Prüfalgorithmus ist identisch mit dem oben beschriebenen: Die Lampe muss erlöschen, wenn die Arbeitsspannung überschritten wird.
Prüfung eines separaten Reglers

Schema für externen Regler (G-222): 1 — Batterie; 2 — Regler; 3 — Lampe.
Externe Regler, die an der Karosserie montiert sind, werden analog geprüft. „Plus“ kommt an den Eingang (meist Klemme 15 oder B), „Minus“ an das Gehäuse, und die Lampe wird anstelle der Erregerwicklung angeschlossen (Klemme 67 oder Sch).
Bei 12 V leuchtet die Lampe, bei ca. 14,5 V erlischt sie. Ein anderes Verhalten deutet auf einen Defekt hin.
Prüfung Relais-Typ 591.3702-01

Prüfschema Relais Typ 591.3702-01
Dieses Relais wurde oft bei heckgetriebenen Ladas verbaut. Es hat zwei Hauptkontakte: „67“ (zur Lichtmaschine) und „15“ (vom Zündschloss). Das Gehäuse dient als Masse.
Prüfschema:
- „Minus“ des Netzteils an das Relaisgehäuse.
- „Plus“ des Netzteils an Kontakt „15“.
- Glühlampe zwischen Kontakt „67“ und Gehäuse (Masse).
Das Prinzip ist dasselbe: Die Abschaltung (Cut-off) sollte im Bereich von 14,2–14,5 V erfolgen.
Zum Vergleich hier die Daten für einen klassischen elektromechanischen Regler (RR-380), wie er in Oldtimern zu finden ist:
| Spannungsparameter (bei 50°C): | |
|---|---|
| I. Stufe | max. 0,7 V Spannungsabfall |
| II. Stufe (geregelt) | 14,2 ± 0,3 V |
| Luftspalt Anker-Kern | 1,4 ± 0,07 mm |
Prüfung von Reglern mit mehreren Stufen

Regelbares Labornetzteil
Spezielle Drei-Stufen-Regler (häufig Nachrüstteile) ermöglichen das manuelle Umschalten der Spannung (z. B.: Min. 13,6 V, Norm 14,2 V, Max. 14,7 V). Schalten Sie bei der Prüfung den Modus um und stellen Sie sicher, dass die Lampe bei der Spannung erlischt, die dem gewählten Modus entspricht.
Gefährliche Methode zur Prüfung der Lichtmaschine
Unter älteren Mechanikern kursiert manchmal noch der Rat, die Funktion der Lichtmaschine zu prüfen, indem man bei laufendem Motor den Batteriepol abzieht. Wenn der Motor nicht ausgeht, sei die Lichtmaschine in Ordnung.
Die Batterie fungiert als Puffer, der Spannungsspitzen glättet. Beim Abklemmen kommt es zu einem massiven Spannungsanstieg (Load Dump), der die gesamte Bordelektronik sofort zerstören kann: vom Laderegler über das Radio bis hin zum Motorsteuergerät (ECU). Diese Methode war nur bei sehr alten Autos ohne Elektronik vertretbar.
Tipps für eine lange Lebensdauer
Damit Regler und Lichtmaschine länger halten:
- Achten Sie auf die Sauberkeit des Aggregats; Schmutz verschlechtert die Wärmeableitung.
- Prüfen Sie regelmäßig die Keilriemenspannung.
- Überwachen Sie den Zustand der Kontakte und Kabel (Oxidation erzeugt unnötigen Widerstand).
- Messen Sie periodisch die Spannung an den Batteriepolen.
Fazit
Die eigenständige Prüfung des Spannungsreglers ist für viele Autofahrer machbar. Das Wichtigste ist der Ausbau des Teils und der Aufbau einer einfachen Prüfschaltung mit einer Glühlampe. Zeigen die Tests einen Defekt, sollte der Regler ausgetauscht werden, da moderne Halbleiterelemente in der Regel nicht repariert werden können.
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