Warum wird das Motoröl dunkel?
Wenn das Öl dunkel wird, stimmt etwas nicht – das denken viele Autofahrer. Aber ist das wirklich so? Es ist schließlich ein Unterschied, ob das Öl sofort nach dem Wechsel schwarz wird (obwohl es noch fast frisch ist) oder erst nach einigen tausend Kilometern.

Es gibt verschiedene Gründe für dieses Phänomen: minderwertiger Schmierstoff, ein verschmutzter Motor, lange Wechselintervalle, der Umstieg auf ein hochwertigeres Öl, Überhitzung oder sogar schlechter Kraftstoff. Wie erkennt man, wann ein schnell nachdunkelndes Motoröl ein gutes Zeichen ist und wann es schlecht ist? Nicht immer ist dies eine negative Folge, über die man sich Sorgen machen muss. Achten Sie auf zusätzliche Faktoren und überprüfen Sie die Qualität des Öls.
Die allmähliche Alterung und das Dunkelwerden sind natürliche Prozesse. Die Hauptaufgabe des Autofahrers besteht also darin, herauszufinden, ob die Verfärbung durch positive oder negative Faktoren verursacht wird.
Dunkles Öl – ist das normal?
Warum wird das Öl im Automotor eigentlich dunkel? Ist das normal oder nicht? Der Prozess der Schwarzfärbung hängt damit zusammen, dass der Schmierstoff neben anderen Funktionen auch eine Reinigungsfunktion hat. Während des Motorbetriebs wird Kraftstoff verbrannt, wobei komplexe chemische Verbindungen entstehen. Deren Zusammensetzung hängt stark von der Art und Qualität des Kraftstoffs ab, aber sie sind immer schädlich für den Motor. Diese Rückstände lagern sich direkt im Motor ab (an Zylinderwänden, Kolben, Ringen usw.).

Eine der Aufgaben des Öls ist es, diese Ablagerungen von den Oberflächen der genannten Teile zu entfernen, sie aufzunehmen und in der Schwebe zu halten, damit sie sich nicht im Motor festsetzen. Das bedeutet: Rückstände der Kraftstoffverbrennung gehen in das Motoröl über, was zu dessen natürlicher Dunkelfärbung führt.
Achten Sie auf den Zusammenhang zwischen dem verwendeten Kraftstoff und dem Grad der Verfärbung des Motoröls. Bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff entstehen dunklere Abgase und somit auch schwärzere Ablagerungen im Motor. Folglich wird das Öl schneller dunkel. Bei Motoren, die mit Gas (Erdgas/CNG, Autogas/LPG) betrieben werden, ist die Situation umgekehrt. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung entstehen bei Gas weniger schmutzige Ablagerungen als bei Erdölprodukten, weshalb die Abgase viel sauberer sind. Dementsprechend bleibt das Motoröl in diesem Fall länger sauber. Hier wundern sich Autofahrer, die wissen, dass Öl eigentlich seine Farbe ändern sollte, warum es nicht dunkel wird. Bei der herkömmlichen Verwendung von Benzin liegt der Zustand des Motoröls irgendwo zwischen Diesel und Gas.
Eine weitere wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, nach wie vielen Kilometern das Öl dunkel werden sollte. Wenn das Öl sehr schnell dunkel wird (fast unmittelbar nach dem Wechsel oder nach kurzer Fahrstrecke), ist dies ein Anlass für eine Diagnose und Ursachenforschung, worauf wir später noch eingehen. Wenn das Öl jedoch auf natürliche Weise dunkel wird, etwa nach zwei- bis dreitausend Kilometern, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen normalen Prozess. Wenn keine zusätzlichen Symptome einer Motorstörung vorliegen (der Motor läuft stabil, kein erhöhter Ölverbrauch), gibt es keinen Grund zur Sorge.
Gründe, warum Öl dunkel wird
Wir unterteilen die folgenden Gründe, warum Motoröl mit der Zeit dunkel wird, in zwei Kategorien – positive und negative. Beginnen wir mit den positiven.
Verwendung eines hochwertigeren Öls
Wenn sich im Kurbelgehäuse ein hochwertigeres Öl befindet als zuvor, wird es schneller dunkel werden, da es tatsächlich beginnt zu reinigen, anstatt nur zu schmieren. Es ist bekannt, dass sich die Zusammensetzungen verschiedener Hersteller nicht nur in der Basis des Öls, sondern auch in der Menge der reinigenden Additive (Detergenzien und Dispergenzien) unterscheiden. Wenn also ein Wechsel stattgefunden hat, werden sich im hochwertigen Öl mehr gelöste Ablagerungen befinden (was es dunkler macht) als im vorherigen Produkt.
Mit einem solchen Öl kann man bedenkenlos fahren, man sollte jedoch den Zustand regelmäßig per Ölmessstab kontrollieren. Wenn es optisch gleichmäßig viskos und gleichmäßig dunkel ist, verläuft der Reinigungsprozess normal. Es kann jedoch sinnvoll sein, den Ölwechsel etwas früher durchzuführen, als es der Wartungsplan vorsieht.
Natürliche Dunkelfärbung
Dies bezieht sich auf die Verwendung von wirklich gutem Öl. Wie oben beschrieben: Wenn das Öl nicht sprunghaft, sondern allmählich seine Farbe ändert, ist alles in Ordnung. Es erfüllt einfach seine Aufgabe, Motorelemente von Ruß und Oxidationsprodukten zu reinigen und diese in der Schwebe zu halten.
Ein mehr oder weniger hochwertiges Öl wird bei Benzinmotoren nach etwa 2.000 bis 3.000 Kilometern fast schwarz (aber nicht dickflüssig). Wenn das Öl nicht sehr hochwertig ist, kann es schon nach 800 bis 1.000 Kilometern schwarz werden oder umgekehrt auch nach 3.000 km hell bleiben (wenn es keine reinigenden Eigenschaften besitzt). Dies gilt für Benzinmotoren. Bei Dieselmotoren wird das Öl etwa doppelt so schnell schwarz; bei einigen Motoren kann es bereits nach tausend Kilometern dunkel sein.
Ein weiterer interessanter Fakt: Das Öl im Motor wird schneller dunkel, wenn das Aggregat kürzlich eine Generalüberholung hatte. In diesem Fall wird die Dunkelfärbung durch eine größere Menge an Metallabrieb verursacht, der beim Einlaufen der Reibpaare entsteht. Nach einer Motorüberholung wird empfohlen, das Öl früher zu wechseln, als es der reguläre Wartungsplan vorsieht.
Hoher Aschegehalt und hohe TBN

Der Sulfataschegehalt von Motoröl ist ein Indikator für Additive, die organische Metallverbindungen enthalten (insbesondere Salze von Zink, Kalium, Magnesium, Kalzium, Barium, Natrium und anderen Elementen). Einfach ausgedrückt charakterisiert dieser Wert die Menge der unverbrennbaren Elemente und die Reinigungsfähigkeit des Öls. Der Sulfataschegehalt ist in diesem Zusammenhang interessant, da er direkt proportional zur Basenzahl (TBN - Total Base Number) ist.
Oft findet man in den Produktdatenblättern oder auf den Kanistern Informationen zum Sulfataschegehalt und/oder zur Basenzahl. Je höher diese Werte sind, desto höhere reinigende Fähigkeiten besitzt der Schmierstoff, und desto dunkler wird das Öl während des Betriebs. Und umgekehrt: Je niedriger diese Werte sind, desto transparenter bleibt es.
Daher kann auch ein hoher Aschegehalt eine Ursache für das Dunkelwerden sein. Diese Werte werden jedoch vom Fahrzeughersteller für den jeweiligen Motor ausgewählt und empfohlen. Beachten Sie, dass Öle mit niedriger Basenzahl (Low-SAPS) häufigere Wechsel erfordern. Sie reagieren empfindlicher auf die Kraftstoffqualität und verlieren ihre Eigenschaften schneller.
Kommen wir nun zu den negativen Ursachen, also jenen, die man beseitigen sollte.
Fälschungen
Im Kurbelgehäuse befindet sich gefälschtes Öl. Leider ist dieses Problem auch heute noch aktuell, da von fast allen beliebten Ölmarken Fälschungen im Umlauf sind. Natürlich haben diese Produkte eine sehr schlechte Qualität, erfüllen ihre Funktionen nicht und werden unter anderem schnell dunkel. Ein solches Öl muss so schnell wie möglich durch ein Originalprodukt ersetzt werden, idealerweise nach einer Motorspülung.
Dazu gehört auch der Fall, wenn ein Autobesitzer minderwertiges Öl einer unbekannten Marke zu einem sehr niedrigen Preis kauft. Solche Zusammensetzungen haben oft schlechte Leistungseigenschaften und verlieren diese schnell, was sich unter anderem in einer schnellen Dunkelfärbung äußert.
Eintrag von Verbrennungsprodukten in das Öl

In diesem Fall beginnt das Öl schnell zu oxidieren, verliert seine Schmiereigenschaften und ändert seine Farbe ins Dunkle. Die Hauptursache hierfür ist eine Undichtigkeit, die wiederum verschiedene Gründe haben kann – eine defekte Zylinderkopfdichtung, beschädigte Kolbenringe und so weiter. Auch Benzin kann ins Öl gelangen; es verdünnt das Öl und verändert dessen Farbe. Wenn die Kolbenringe verschlissen sind, verbrennt das an den Zylinderwänden verbleibende Öl zusammen mit dem Kraftstoff. Auch in diesem Fall wird das Öl schwarz. In der Regel ist dabei ein übermäßiger Ölverbrauch zu beobachten.
In jedem Fall sollten Sie den Motor überprüfen oder eine Werkstatt aufsuchen. Wenn ein Motordefekt vorliegt, lässt sich im Rahmen dieses Artikels nicht eindeutig beantworten, warum genau das Öl dunkel wird, da eine Diagnose vor Ort notwendig ist.
Rückführung von Kurbelgehäusegasen in den Motor
Bei einer defekten Kurbelgehäuseentlüftung (KGE) können Gase (Blow-by-Gase) zurück in den Motor gelangen und Kontakt mit dem Schmierstoff haben. Dadurch oxidiert dieser schneller, verliert seine Eigenschaften und wird dunkel. Je mehr Gase in das Kurbelgehäuse gelangen, desto schneller läuft dieser Prozess ab.
Minderwertiger Kraftstoff
Da die Hauptursache für das Dunkelwerden des Öls die Verbrennungsprodukte von Benzin oder Diesel sind, ist die Zusammensetzung des Kraftstoffs sehr wichtig. Je sauberer der Kraftstoff ist (höherer Standard, weniger Verunreinigungen), desto weniger dunkel sind seine Verbrennungsprodukte und desto weniger dunkel wird das Motoröl. Versuchen Sie daher, hochwertigen Kraftstoff zu tanken. Das erhöht nicht nur die Motorleistung, sondern schützt auch vor übermäßigem Verschleiß und verlängert die Lebensdauer des Motoröls.
Es hält sich hartnäckig die Meinung, dass Dieselkraftstoff oft unrein ist, aber auch Benzin kann von schwankender Qualität sein. Minderwertiger Kraftstoff führt zu einer unsauberen Verbrennung und somit zu mehr Ruß im Öl.
Überhitzung des Öls
Wenn der Motor lange oder ständig unter schweren Bedingungen arbeitet (hohe Umgebungstemperatur, schlechte Kühlung, hohe Drehzahlen/Lasten), ist seine Temperatur naturgemäß sehr hoch. Und folglich auch die des verwendeten Öls. Unter solchen Bedingungen wird der Schmierstoff buchstäblich „gebraten“ und wird schwarz. Dies ist umso relevanter, je älter das Öl ist (hohe Laufleistung) und je niedriger der Ölstand im Kurbelgehäuse ist.
Im schlimmsten Fall kann sich der Schmierstoff unter extremen Bedingungen in eine Art Ölschlamm verwandeln, was bis zum Motorschaden führen kann. Daher sollte man versuchen, den Motor nicht ständig im Grenzbereich zu betreiben oder Öle mit entsprechenden Eigenschaften (Viskosität, Freigaben) zu wählen. Übrigens kann auch die falsche Wahl der Viskosität (zu dick oder zu dünn) oft zu einer Überhitzung des Motors und des Öls führen.
Fazit
Wenn das Öl allmählich dunkel wird und der Motor dabei normal läuft, gibt es keinen Grund zur Sorge. Unter normalen Bedingungen wird das Öl nach etwa zweitausend Kilometern sichtbar dunkler. Später wird es schwarz und kann eindicken. Wenn der Schmierstoff jedoch sehr schnell einen dunklen Farbton annimmt (nach 300 bis 500 km, vielleicht bis zu 1000 km bei einem Benziner, in einigen Fällen sogar sofort nach dem Wechsel), ist das ein Grund zum Nachdenken und für eine Motordiagnose. Wenn Ihr Auto mit Gas fährt, ist das Öl normalerweise auch bei hoher Laufleistung noch recht transparent (dennoch muss es trotz Transparenz nach Vorschrift gewechselt werden).
Was tun, wenn das Motoröl dunkel wird?
Die Antwort auf die Frage „Was tun?“ hängt von der Ursache ab. Hier sind allgemeine Empfehlungen basierend auf den oben genannten Gründen sowie Methoden zur Vorbeugung. Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, damit das Dunkelwerden ein natürlicher Prozess und keine „Pathologie“ ist?

Erstens. Kaufen Sie originales, hochwertiges Motoröl. Die Wahl des Öls hängt von vielen Faktoren ab. Versuchen Sie, in vertrauenswürdigen Geschäften oder Werkstätten zu kaufen. Immer mehr Hersteller bieten mittlerweile Online-Überprüfungen an, mit denen Sie die Echtheit des Kanisters per Smartphone und QR-Code checken können.
Zweitens. Überwachen Sie regelmäßig den Zustand des Motors. Achten Sie auf die Funktion der Kolbenringe, Dichtungen und Simmerringe – kurz gesagt: Verhindern Sie, dass sich Kraftstoff und Öl vermischen.
Drittens. Wechseln Sie das Motoröl regelmäßig. Idealerweise gemäß den Empfehlungen des Fahrzeugherstellers. Oft werden Intervalle von 15.000 bis 30.000 Kilometern angegeben. Es ist jedoch besser, nach Betriebsstunden oder Fahrprofil zu urteilen. Nach etwa 250 bis 300 Betriebsstunden lassen die Additive, die die Schmutzpartikel binden, nach, und Ablagerungen beginnen sich im Inneren abzusetzen. Im reinen Stadtverkehr (Stop-and-Go) kann es sinnvoll sein, das Öl bereits deutlich vor dem maximalen Intervall zu wechseln, beispielsweise alle 10.000 bis 15.000 Kilometer.
Viertens. Überprüfen Sie regelmäßig den Ölstand im Motor mit dem Messstab. Lassen Sie ihn nicht unter die MIN-Markierung fallen (aber auch zu viel Öl ist schädlich). Wenn die Öldruckwarnleuchte im Armaturenbrett aufleuchtet, prüfen Sie sofort den Stand und füllen Sie bei Bedarf Öl nach.
Fünftens. Verwenden Sie das vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Öl. Dies betrifft sowohl die Viskosität als auch andere Spezifikationen, insbesondere Herstellerfreigaben sowie API- und ACEA-Standards.
Sechstens. Beim Wechsel auf ein hochwertigeres Öl (mit vielen Reinigungsadditiven) kann eine Motorspülung sinnvoll sein. Dies wird jedoch nicht empfohlen, wenn der Motor eine sehr hohe Laufleistung hat und bisher minderwertiges Öl verwendet wurde. In diesem Fall besteht das Risiko, dass die reinigenden Additive des neuen Öls oder der Spülung alte Verkokungen lösen, die bisher Dichtungen oder Mikrorisse abgedichtet haben. Dies kann zu Undichtigkeiten und Kompressionsverlust führen.
Siebtens. Wechseln Sie den Ölfilter rechtzeitig. Er muss bei jedem Ölwechsel erneuert werden. Den alten Filter beim Einfüllen von frischem Öl zu belassen, ist inakzeptabel, da das schmutzige Element den Effekt des Ölwechsels zunichtemachen würde.
Achtens. Tanken Sie guten Kraftstoff. Vermeiden Sie billigen Sprit von zweifelhaften Quellen, da dieser zu einer unsauberen Verbrennung führt.
Neuntens. Vermeiden Sie übermäßige Belastungen und dauerhaft hohe Drehzahlen, wenn möglich. Bei hohen Außentemperaturen muss das Kühlsystem einwandfrei funktionieren und das Öl die passenden Temperartureigenschaften (Viskosität) besitzen.
Zehntens. Achten Sie auf eine funktionierende Kurbelgehäuseentlüftung. Verhindern Sie, dass Gase unkontrolliert im Motor verbleiben. Bei Verdacht auf einen Defekt sollte sofort eine Prüfung und gegebenenfalls eine Reparatur erfolgen.
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