Defekte am Anlasser
Wenn der Anlasser nicht funktioniert oder Aussetzer hat, wird der Motorstart mühsam oder gar unmöglich. Bevor Sie jedoch nach den Gründen suchen, warum der Anlasser nicht dreht, sollten Sie bedenken, dass dieses Bauteil eng mit anderen Fahrzeugsystemen zusammenarbeitet (Batterie – Zündschloss – Anlasser). Daher können sowohl mechanische als auch elektrische Defekte vorliegen, die jeweils ihre eigenen Merkmale haben. Jede Ursache lässt sich anhand charakteristischer Symptome oder durch eine gezielte Prüfung ermitteln.

Funktionsprinzip und Aufbau des Anlassers
Der Anlasser (Starter) ist ein elektromechanisches Gerät, das den Motor startet, indem es ein primäres Drehmoment am Schwungrad der Kurbelwelle erzeugt. Dabei muss die Drehzahl hoch genug sein, um die für die Zündung des Kraftstoffgemischs erforderliche Kompression zu erreichen.
Wenn elektrisch alles in Ordnung ist und der Stromkreis keine Schäden aufweist, sollte das Bauteil ausgebaut, zerlegt und auf Defekte untersucht werden. Zuvor ist es jedoch wichtig, den Aufbau und das Funktionsprinzip eines Kfz-Starters zu verstehen.

Aufbau des Auto-Anlassers: 1. Vorderes Lagerschild; 2. Ritzel/Freilauf (Bendix); 3. Planetengetriebe; 4. Anker (Rotor); 5. Statorgehäuse; 6. Einrückhebel (Gabel); 7. Magnetschalter; 8. Kohlebürstenhalter; 9. Kohlebürsten; 10. Hinterer Gehäusedeckel.
Beim Drehen des Zündschlüssels und Starten des Motors laufen folgende Prozesse ab:

Funktionsweise des Anlassers
- Die Kontakte des Zündschlosses schließen sich, und über das Starterrelais fließt Strom zu den Wicklungen (Einzug- und Haltewicklung) des Magnetschalters.
- Das Magnetfeld in den Wicklungen zieht den Anker gegen die Kraft der Rückholfeder in das Gehäuse.
- Dabei drückt er auf einen Stößel mit einer Kontaktplatte, die die Hauptkontakte des Magnetschalters schließt, woraufhin der Elektromotor des Anlassers zu drehen beginnt. Gleichzeitig schiebt der Einrückhebel das Ritzel (Bendix) nach vorne, sodass dessen Zahnrad in den Zahnkranz des Schwungrads eingreift. Dies führt zum Starten des Motors.
- Sobald der Motor anspringt und das Schwungrad schneller dreht als das Starterritzel, verhindert der Freilauf die Übertragung des Drehmoments zurück auf den Anlasser. Das Ritzel wird durch den Hebel und die Rückholfeder in seine Ausgangsposition zurückgezogen.
Der Zündschlüssel kehrt in die Ausgangsposition zurück, und die Spannung an der Steuerklemme fällt ab. Basierend auf diesem Schema lassen sich Rückschlüsse auf mögliche Störungen in den jeweiligen Phasen ziehen.
Elektrische Fehlerursachen
Wenn der Anlasser den Motor nicht dreht oder nur sehr langsam und mit unzureichender Kraft, sollte zuerst der Stromkreis überprüft werden, beginnend bei der Batterie:
- Die Autobatterie muss gut geladen sein.
- Die Massekontakte müssen sauber und fest sitzen.
- Das Kabel von der Klemme des Magnetschalters muss intakt sein und guten Kontakt haben.
- Das Hauptkabel zwischen Batterie und Anlasser darf nicht beschädigt sein.
- Der Zündanlassschalter muss einwandfrei funktionieren.
Auf diese Punkte sollte man achten, wenn der Schlüssel gedreht wird, aber der Magnetschalter nicht klickt und der Anker sich nicht dreht. Mögliche Ursachen sind ein Kabelbruch zur Relaiswicklung, ein Windungsschluss oder ein Masseschluss.
Auch ein langsames Drehen des Schwungrads deutet auf elektrische Probleme hin.
Wenn keine äußeren Ursachen sichtbar sind, sollte das Teil zur Inspektion ausgebaut werden. Möglicherweise ist der Kollektor verbrannt oder dessen Lamellen haben einen Kurzschluss. Die häufigste Ursache bleibt jedoch Verschleiß: Die Kohlebürsten sind abgenutzt oder klemmen.
Zusammenfassend sind typische Anlasser-Defekte:
- Schlechter Kontakt der Kohlebürsten zum Kollektor;
- Defekter Magnetschalter;
- Verschleiß des Ankerkollektors.

Gelegentlich kann der Magnetschalter durchbrennen. Dafür gibt es drei Hauptgründe:
- Materialermüdung im Relais;
- Verbannte Kontaktplatten (im Fachjargon oft Hauptkontakte genannt);
- Durchgebrannte Wicklung.
Solche Probleme treten oft auf, wenn Wasser in das Gehäuse eindringt. In diesem Fall muss der Magnetschalter zerlegt und der Zustand der Kontakte sowie der Wicklung geprüft werden. Meistens wird das Problem jedoch durch den Austausch des Relais gelöst.
Mechanische Defekte
Von einem mechanischen Defekt kann man ausgehen, wenn der Anlasser zwar arbeitet (summt), der Motor aber nicht anspringt, da sich die Kurbelwelle nicht dreht.
Zu prüfende Teile:
- Hebel des Freilaufs,
- Mitnehmerring,
- Pufferfeder,
- Zahnkranz des Schwungrads.

Ein Grund, warum der Anlasser die Kurbelwelle nicht dreht
Wenn der Anlasser läuft, der Motorstart aber ausbleibt, kann das folgende Gründe haben:
- Der Freilauf rutscht durch;
- Der Einrückhebel ist defekt oder aus der Achse gesprungen;
- Der Mitnehmerring ist verschlissen oder die Pufferfeder erfüllt ihre Funktion nicht mehr.
Wenn beim Starten ein kreischendes Geräusch (Zähneputzen) zu hören ist, deutet dies auf abgenutzte Zähne am Schwungradkranz hin. In diesem Fall sollten auch der Ritzelhub und die Pufferfeder überprüft werden.
Sollten Sie untypische Geräusche beim Anlassen wahrnehmen, untersuchen Sie den Starter (am besten über eine Grube oder Hebebühne), da mechanische Schäden vorliegen könnten:
- Verschlissene Lagerbuchsen sowie Lagerstellen auf der Ankerwelle;
- Gelockerte Befestigungsschrauben des Anlassers;
- Beschädigte Zähne am Ritzel;
- Gelockerte Polschuhe im Inneren, wodurch der Anker schleift.
Verbrannte Kontaktplatten im Magnetschalter sind ein klassischer Grund, warum das Auto morgens nicht anspringt. Oft äußert sich das so, dass der Anlasser bei kaltem Motor nicht dreht. Baut man ihn aus und testet den Magnetschalter separat, scheint alles zu funktionieren, aber nach dem Einbau klickt er nur und dreht nicht. Die Reparatur sieht wie folgt aus:

Verbrannte Kontaktplatten
- Kontakte des Magnetschalters entlöten;
- Gehäuse vorsichtig aufbördeln und öffnen;
- Kontaktplatten reinigen oder glätten;
- Die breite Kontaktplatte am Stößel umdrehen (wenn möglich), um die unverbrauchte Seite zu nutzen.
Probleme können aber nicht nur beim Starten, sondern auch danach auftreten. Eine typische Situation ist, dass der Anlasser nicht abschaltet, sondern weiterdreht. Schuld daran können sein:
- Ein klemmender Einrückhebel oder ein schwergängiges Ritzel auf der Ankerwelle.
- Ein klemmender Magnetschalter.
- Verschweißte Kontakte im Magnetschalter.
- Eine ausgeleierte Rückholfeder im Zündschloss oder im Freilauf.
Auch wenn noch kein Totalausfall vorliegt, aber sich der Anlasser ungewöhnlich verhält, sollten Sie auf Warnsignale achten, die einen baldigen Defekt ankündigen:

Der Fehler lag im Kohlebürstenhalter
- Der Anlasser dreht erst nach mehreren Versuchen. Dies deutet auf verbrannte Kontakte im Magnetschalter hin.
- Das Ritzel spurt nach dem Start verspätet aus. Dies weist auf Verschleiß am Ritzel oder am Zahnkranz des Schwungrads hin.
- Der Anlasser dreht nur mühsam, obwohl die Batterie voll ist. Dies deutet meist auf abgenutzte Kohlebürsten oder Lagerverschleiß hin.
Diagnose: So erkennen Sie den Defekt
Viele Störungen lassen sich schnell anhand der Symptome zuordnen. Die folgende Tabelle zeigt die häufigsten Probleme und ihre möglichen Ursachen.
| Symptom | Defekt | Ursache |
|---|---|---|
| Anlasser dreht durch (Motor steht) | Planetengetriebe defekt | Wassereintritt hat das Fett ausgewaschen, was zum Verschleiß von Buchsen und Zahnrädern führte. Bei Dieselmotoren kann ein falsch eingestellter Einspritzzeitpunkt zu Rückschlägen führen, die das Getriebe beschädigen. |
| Freilauf (Bendix) defekt | Federn oder Rollen im Freilauf sind verschlissen. | |
| Anlasser klickt nur | Keine Masse am Gehäuse | Oxidation oder Bruch des Massekabels. |
| Zu wenig Startstrom | Batterie leer oder interner Kurzschluss. | |
| Kohlebürsten verschlissen | Natürlicher Verschleiß, Austausch erforderlich. | |
| Magnetschalter defekt | Wicklung durchgebrannt oder Kontakte korrodiert. | |
| Anker defekt | Kollektor abgenutzt oder Masseschluss am Anker. | |
| Anlasser dreht schwerfällig | Lagerbuchsen verschlissen | Wassereintritt, Fettmangel, Anker schleift am Stator. |
| Masseschluss im Bürstenhalter | Verschleiß oder Feuchtigkeit. | |
| Masseschluss in der Statorwicklung | Isolierung der Wicklung zerstört. | |
| Kurzschluss in der Ankerwicklung | Isolierung beschädigt durch Überhitzung oder Wasser. | |
| Metallisches Kreischen beim Starten | Führungsbuchse des Ritzels verschlissen | Meist durch Wassereintritt und fehlende Schmierung oder natürlichen Verschleiß der Komponenten verursacht. |
| Gratbildung am Schwungrad-Zahnkranz | ||
| Freilaufhülse ausgeschlagen | ||
| Funktioniert kalt, klickt aber warm | Magnetschalter klemmt | Der Kern des Magnetschalters verklemmt sich bei Wärmeausdehnung. |
| Federn im Bürstenhalter erlahmt | Federn haben durch Überhitzung an Spannkraft verloren. | |
| Lagerbuchsen verschlissen | Schmiermittel fehlt, bei Wärme klemmt die Welle. | |
| Kontaktfläche der Platten verringert | Kontakte sind verbrannt (Übergangswiderstand steigt). | |
| Massefehler am Bürstenhalter | Kontakte oxidiert, bei Erwärmung bricht der Stromfluss ab. |
Die Lebensdauer eines Anlassers beträgt ca. 70.000 bis 200.000 km. Damit er so lange wie möglich hält, sind gelegentliche Wartungsarbeiten empfehlenswert.
Für eine fachgerechte Prüfung und Reparatur sollten Sie die technischen Daten Ihres spezifischen Modells kennen. Dazu gehören Nennspannung, Leistung, Stromaufnahme, Drehmoment sowie die Leerlaufdrehzahl.
Häufige Fragen zu Anlasser-Problemen
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Welche Arten von Anlasser-Defekten gibt es?
Es gibt elektrische und mechanische Defekte. Elektrische Ursachen betreffen meist eine entladene Batterie, Probleme mit der Verkabelung oder korrodierte Klemmen. Die fünf häufigsten mechanischen bzw. bauteilbezogenen Fehler sind:
— abgenutzte Kohlebürsten;
— verbrannte Kontakte im Magnetschalter;
— ausgeschlagene Lagerbuchsen;
— Wicklungsbruch im Anker oder Stator;
— durchrutschender Freilauf;
— schwergängiges Steilgewinde auf der Ankerwelle. -
Wann sollte der Anlasser getauscht werden?
Ein Anlasser lässt sich oft reparieren. Ein Austausch gegen ein Neuteil ist jedoch ratsam, wenn er bereits mehrfach repariert wurde oder folgende Symptome wiederkehren:
— Der Anker dreht, aber der Motor wird nicht mitgenommen;
— Der Anlasser läuft nach dem Motorstart weiter;
— Lautes Kreischen oder mechanische Geräusche beim Starten;
— Der Anlasser "ächzt", pfeift oder knackt bei Startversuchen;
— Er reagiert gar nicht oder klickt nur, begleitet von Brandgeruch (Wicklungsschaden). -
Was kann es sein, wenn der Anlasser nicht dreht?
Zuerst sollten die Batterie und die Kontakte geprüft werden. Die häufigsten Gründe sind:
— schwache Batterieladung;
— oxidierte Batterieklemmen;
— schlechter oder lockerer Kontakt am Anlasser selbst;
— Kurzschluss in der Anlasserwicklung;
— defekter Magnetschalter. -
Symptome abgenutzter Kohlebürsten
Das Hauptmerkmal verschlissener Kohlen ist, dass der Anlasser nicht beim ersten Versuch reagiert (es klickt, aber er dreht nicht; nach 5-10 Versuchen funktioniert es plötzlich). Manchmal helfen leichte Schläge auf das Anlassergehäuse, um ihn "aufzuwecken" (Kontakt herzustellen). Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Wenn im Stator Permanentmagnete statt Spulen verbaut sind, können diese durch das Klopfen brechen.
Zudem können abgenutzte Bürsten Knistergeräusche oder einen Brandgeruch verursachen. Das Klickgeräusch des Magnetschalters ist zu hören, aber der Motor läuft nicht an. -
Wie erkennt man verschlissene Lagerbuchsen?
Wenn der Anker am Stator schleift (sichtbare Schleifspuren am Metallpaket), sind die Lagerbuchsen defekt und müssen getauscht werden. Werden sie nicht rechtzeitig gewechselt, überhitzt der Anlasser, was dazu führt, dass der Isolierlack der Wicklungen schmilzt. Das Resultat ist ein Windungsschluss und schließlich das Durchbrennen der Wicklung.
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Warum dreht der Anlasser mal und mal nicht?
Funktioniert der Anlasser nur sporadisch, liegt es oft am Magnetschalter (man hört ein Klicken) oder an abgenutzten Kohlebürsten. Zur Diagnose kann man den Anlasser (bei geeigneter Vorsicht) direkt überbrücken. Dreht er dann, liegt das Problem wahrscheinlich in der Verkabelung zum Relais oder am Zündschloss. Dreht er auch dann nur manchmal, sind meist die Kohlen verschlissen oder hängen fest.
Weitere Materialien zum Thema:
- Anlasser dreht nicht – Fehlersuche
- 5 Hauptgründe für Anlasser-Ausfall (Video)
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