Defekte an der Wasserpumpe

0
0
0

Defekte an der Wasserpumpe äußern sich oft durch ein deutliches Spiel der Welle, Undichtigkeiten an der Dichtung oder Verschleiß (Korrosion oder Bruch) des Flügelrads. All diese Mängel führen dazu, dass die Kühlmittelpumpe nicht ordnungsgemäß arbeitet. Infolgedessen wird im Kühlsystem nicht der erforderliche Druck aufgebaut, was wiederum zu einem Temperaturanstieg des Kühlmittels bis hin zum Kochen führt. In diesem Fall ist der Austausch gegen ein Neuteil unumgänglich.

Defekte Wasserpumpe

Anzeichen einer defekten Wasserpumpe

Es gibt sechs Hauptanzeichen für eine defekte oder verschlissene Wasserpumpe, die darauf hindeuten, dass das Bauteil teilweise oder vollständig ausgefallen ist und ersetzt werden muss. Zu diesen Symptomen gehören:

  • Ungewöhnliche Geräusche. Eine teilweise defekte Wasserpumpe verursacht oft mahlende, heulende oder pfeifende Geräusche. Diese können durch erheblichen Lagerverschleiß entstehen oder dadurch, dass das Flügelrad bei der Rotation das Gehäuse berührt. Oft kündigt sich so ein Lagerschaden an.
  • Spiel am Pumpenrad. Dies entsteht durch Beschädigung oder natürlichen Verschleiß des Lagers. Die Diagnose ist hier recht einfach: Versuchen Sie, die Welle der Pumpe mit den Fingern hin und her zu bewegen. Ist ein Spiel vorhanden, ist dies deutlich spürbar. Beachten Sie, dass ein solches Spiel oft der Vorbote dafür ist, dass der Wellendichtring undicht wird und Kühlmittel austritt.
  • Undichtigkeiten. Kühlmittel kann sowohl an der Dichtung als auch an anderen Stellen, wie dem Gehäuse, austreten. Die Flüssigkeit ist dann am Pumpengehäuse, am Montageort, an darunterliegenden Motorteilen oder als Fleck unter dem Fahrzeug sichtbar.
  • Geruch nach Kühlmittel. Diesen kann man oft nicht nur im Motorraum (bei geöffneter Haube), sondern auch im Innenraum wahrnehmen, da Dämpfe über die Lüftung eindringen können. Kühlmittel hat einen charakteristischen, süßlichen Geruch.
  • Schiefstellung der Riemenscheibe. Dies betrifft die Ausrichtung zu den Zahnrädern des Steuertriebs oder den Spannrollen. Man kann dies oft visuell erkennen oder indem man einen geraden Gegenstand (z. B. ein Lineal) anlegt, um die Flucht mit den Rollen zu prüfen. In diesem Fall kommt es häufig zu einseitigem Verschleiß des Riemens.
  • Deutlicher Temperaturanstieg des Motors. Dies wird durch die Warnleuchte oder Temperaturanzeige im Armaturenbrett signalisiert. In kritischen Fällen beginnt das Kühlmittel zu kochen und Dampf tritt aus dem Kühler aus. Dies ist ein kritischer Zustand – das Fahrzeug darf nicht weiterbewegt werden!

Tritt auch nur eines der genannten Symptome auf, ist eine genauere Diagnose der Wasserpumpe und des Kühlsystems erforderlich. Wenn sich die ersten Anzeichen bemerkbar machen, ist unklar, wie lange die Pumpe noch hält. Manchmal schafft das Auto noch 500 bis 1000 Kilometer, in anderen Fällen keine 100 mehr. Mit dem Kühlsystem sollte man kein Risiko eingehen; Diagnose und Reparatur sollten zeitnah erfolgen.

Häufig wird die Wasserpumpe routinemäßig zusammen mit dem Zahnriemenwechsel (gemäß Wartungsintervall) getauscht. Dabei empfiehlt es sich, auch das Kühlmittel zu erneuern.

Je nach Marke und Qualität wird der Austausch der Wasserpumpe oft nach ca. 60.000 Kilometern empfohlen (dies variiert je nach Fahrzeug und Herstellerangaben im Handbuch).

Ursachen für Schäden an der Pumpe

Warum geht eine Wasserpumpe kaputt? Diese Frage stellen sich nicht nur Anfänger. Hier sind die häufigsten Ursachen, von alltäglich bis selten:

  • Lagerschaden. Das Lager unterliegt natürlichem Verschleiß. Dieser kann jedoch durch negative Faktoren beschleunigt werden. Ein Beispiel ist eine zu hohe Riemenspannung, die das Lager übermäßig belastet. Eine weitere Ursache ist das Eindringen von Kühlmittel in das Lager durch eine undichte Dichtung, wodurch das Schmierfett ausgewaschen wird.
  • Undichte Dichtungen. Die Pumpe verfügt über Abdichtungen wie Wellendichtringe. Diese fallen am häufigsten aus. Gründe sind natürlicher Verschleiß (Aushärten des Gummis) oder die Verwendung von minderwertigem Kühlmittel ohne entsprechende Schutzadditive bzw. reines Wasser. Langfristig greifen diese Flüssigkeiten die Dichtung an, was zu Leckagen führt. Dadurch sinkt der Kühlmittelstand und Flüssigkeit kann in das Lager eindringen, was den oben beschriebenen Lagerschaden verursacht.
  • Schiefstellung (Fehlmontage). Ursachen sind meist unsachgemäße Installation oder Werksfehler. Eine falsche Montage ist eher selten, da die Befestigungspunkte vorgegeben sind. Häufiger ist ein ungleichmäßiges Anliegen am Motorblock durch verschmutzte oder korrodierte Dichtflächen. Werksfehler kommen leider gerade bei Billig-Ersatzteilen vor. Eine Schiefstellung führt dazu, dass die Riemenscheibe verkantet läuft, was den Riemen und das Lager extrem belastet. Im schlimmsten Fall reißt der Riemen, was bei Zahnriemen zu schweren Motorschäden (Kollision von Ventilen und Kolben) führen kann. Auch nach einem Unfall kann es zu Verzug kommen.

Häufig beobachtet man eine verringerte Förderleistung der Pumpe und somit weniger Druck im System nach der Verwendung von Kühlerdichtmittel. Diese Mittel können Kanäle im Kühler verstopfen und sich am Flügelrad der Pumpe ablagern. In diesem Fall muss das Kühlmittel abgelassen, die Pumpe ausgebaut und das System gründlich gespült werden.

Wie diagnostiziert man eine defekte Wasserpumpe?

Die Überprüfung auf Defekte ist relativ einfach. Der simpelste Test ist die haptische Prüfung auf Spiel an der Welle. Greifen Sie dazu die Welle (bzw. die Riemenscheibe) und versuchen Sie, sie quer zur Achse hin und her zu bewegen. Ein intaktes Lager sollte kein Spiel haben. Ist Spiel spürbar, muss die Pumpe getauscht werden.

Eine gründlichere Prüfung ohne Ausbau erfolgt nach folgendem Algorithmus:

  • Motor auf Betriebstemperatur bringen (Kühlmitteltemperatur ca. +90°C).
  • Bei laufendem Motor vorsichtig den dicken Kühlmittelschlauch, der vom Kühler kommt, mit der Hand zusammendrücken.
  • Bei intakter Pumpe sollte Druck im Schlauch spürbar sein. Ist kein Druck vorhanden oder pulsiert er, arbeitet die Pumpe nicht korrekt. Möglicherweise dreht das Flügelrad auf der Welle durch.

Achtung: Das Kühlmittel und die Schläuche sind heiß! Arbeiten Sie vorsichtig und verwenden Sie Handschuhe oder einen Lappen.

Zur weiteren Prüfung sollte der Einbauort visuell inspiziert werden. Dazu muss oft die Zahnriemenabdeckung entfernt werden. Untersuchen Sie das Gehäuse, die Dichtung und den Flansch.

Achten Sie besonders auf Kühlmittelspuren unterhalb der Dichtung oder an der Leckagebohrung. Der Bereich muss zum Zeitpunkt der Prüfung nicht zwingend nass sein. Frische, getrocknete Laufspuren deuten darauf hin, dass die Dichtung bei hohem Druck undurchlässig wird. Diese Spuren sind meist rötlich, braun oder grau (abhängig von der Farbe des verwendeten Kühlmittels).

Bevor Sie die Pumpe zur weiteren Diagnose (Prüfung von Flügelrad und Lager) ausbauen, stellen Sie sicher, dass das Thermostat korrekt funktioniert und keine Luft im System ist.

Bei ausgebauter Pumpe ist der Zustand des Flügelrads zu prüfen: Sind alle Schaufeln intakt und haben sie die richtige Form?

Prüfen Sie auch die Dichtfläche am Motorblock. Im Idealfall sollten keine Spuren aus der Entlastungsbohrung (Leckagebohrung) sichtbar sein. Bei sehr geringfügigen Spuren kann die Pumpe unter Umständen noch kurzzeitig weiterverwendet werden, ein Austausch ist jedoch sicherer.

Um sicherzustellen, dass Geräusche wirklich vom Pumpenlager kommen, nehmen Sie den Riemen ab und drehen Sie die Riemenscheibe schnell von Hand.

Ein defektes Lager verursacht ein grollendes Geräusch und läuft rau oder ungleichmäßig. Diese Methode eignet sich primär für Pumpen, die über den Keilrippenriemen angetrieben werden. Bei Antrieb über den Zahnriemen ist der Aufwand zur Entspannung des Riemens deutlich höher.

So klingt eine defekte Wasserpumpe

Viele Autofahrer fragen sich, ob man eine alte Pumpe reparieren kann oder ob ein Neuteil nötig ist. Eine Reparatur lohnt sich in der Regel nicht und ist technisch oft kaum möglich (außer dem reinen Dichtungswechsel). Es wird dringend empfohlen, eine neue Wasserpumpe zu installieren, besonders wenn die alte schon lange im Einsatz war. Beim Pumpentausch sollte stets auch das Kühlmittel erneuert werden.

War dieser Artikel hilfreich?

Ihr Feedback hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.

Haben Sie keine Antwort auf Ihre Frage gefunden?
Fragen Sie in den Kommentaren. Wir werden auf jeden Fall antworten!

Diskussion (0)

Anmelden, um zu kommentieren!
Anmelden

Noch keine Kommentare!