So spülen Sie das Motorkühlsystem richtig
Die meisten Autofahrer denken erst im Sommer an die Reinigung des Kühlers. Gerade bei hohen Temperaturen kommt es häufig zu Motorüberhitzungen, weil der Kühler durch Verschmutzungen nicht mehr effizient arbeitet. Der Aufbau des Systems begünstigt Ablagerungen: nicht nur durch äußere Einflüsse (Schmutz, Blütenstaub, Insekten), sondern auch von innen – durch Zersetzungsprodukte des Kühlmittels, Rost und Kalk.

Es gibt verschiedene Methoden, das Kühlsystem zu spülen, abhängig vom Grad der Verschmutzung. Das Wichtigste ist jedoch, grundlegende Fehler zu vermeiden.

Reinigung mit destilliertem Wasser
Diese Methode eignet sich zur Vorbeugung, wenn keine offensichtlichen Kalkablagerungen vorhanden sind. Verwenden Sie ausschließlich destilliertes Wasser. Leitungswasser enthält Salze und Mineralien, die bei Erhitzung Kesselstein bilden (ähnlich wie in einem Wasserkocher).
Vorgehensweise:
- Lassen Sie das alte Kühlmittel ab (nutzen Sie die Ablassschrauben am Kühler und am Motorblock, falls vorhanden).
- Füllen Sie das destillierte Wasser ein und schließen Sie die Deckel.
- Starten Sie den Motor. Wichtig: Stellen Sie die Innenraumheizung auf die höchste Stufe und warten Sie, bis der Motor Betriebstemperatur erreicht (der Lüfter sollte anspringen). Dadurch öffnet sich das Thermostat, und das Wasser zirkuliert durch den „großen Kreislauf“, wodurch auch der Kühler gespült wird.
- Lassen Sie den Motor 15–20 Minuten laufen, stellen Sie ihn ab, lassen Sie ihn etwas abkühlen und lassen Sie das Wasser ab.
Reinigung mit säurehaltigem Wasser
Mit der Zeit kann sich im System Kalkstein bilden, der die Wärmeableitung verschlechtert. Hier hilft normales Wasser nicht mehr; es wird eine schwache Säurelösung benötigt, beispielsweise mit Zitronensäure oder Essig.
Der Ablauf ähnelt der Spülung mit reinem Wasser, unterscheidet sich aber in der Einwirkzeit:
- Füllen Sie die Lösung ein und bringen Sie den Motor auf Betriebstemperatur (Thermostat offen, Heizung an).
- Lassen Sie die Lösung 2–3 Stunden im System einwirken (Motor dabei abstellen).
- Lassen Sie die Flüssigkeit ab.
- Spülen Sie das System unbedingt 1–2 Mal mit reinem destillierten Wasser nach, um Säurereste vollständig zu entfernen.
Mischverhältnisse:
- Bei Reinigung mit Zitronensäure: Auf 5 Liter Wasser ca. 100–120 g Säurepulver.
- Bei Reinigung mit Essig: Auf 10 Liter Wasser ca. 500 ml Essigessenz (9%).

Kühlsystem spülen bei einem Renault

Kühlsystem spülen beim Audi 100
Einige Autobesitzer verwenden Natronlauge (Kaustische Soda), aber hier ist extreme Vorsicht geboten. Natronlauge darf nur bei Kupferkühlern verwendet werden! Mischverhältnis: 50–60 g Soda auf 1 Liter destilliertes Wasser. Aluminiumkühler und Zylinderköpfe aus Aluminium werden von dieser Substanz zerfressen.
Reinigung mit Spezialreinigern
Im Kfz-Zubehörhandel sind spezielle Kühlerreiniger erhältlich. Diese enthalten chemische Komponenten, die in der Lage sind, hartnäckige Ablagerungen zu lösen, dabei aber materialschonender wirken als selbst gemischte Säuren. Befolgen Sie strikt die Anweisungen auf der Verpackung: Manche Mittel werden dem alten Kühlmittel vor dem Ablassen hinzugefügt („milde Spülung“), andere werden stattdessen mit Wasser eingefüllt.
So entlüften Sie das System
Nach dem finalen Einfüllen des neuen Kühlmittels können Lufteinschlüsse im System verbleiben. Diese führen dazu, dass der Motor überhitzt und die Heizung nur kalte Luft bläst.
Reinigung der Kühleraußenseite
Schmutz, Staub, Sand und Insekten setzen sich zwischen den Lamellen des Kühlers fest und blockieren den Luftstrom. Zur Reinigung wird Druckluft oder ein Wasserstrahl verwendet.

Decken Sie bei der Wäsche mit Wasser unbedingt die Lichtmaschine und elektrische Anschlüsse mit Folie ab. Seien Sie vorsichtig mit dem Wasserdruck (Hochdruckreiniger): Ein zu harter Strahl kann die feinen Lamellen des Kühlers verbiegen, was die Kühlleistung weiter verschlechtert.
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