Servolenkung brummt oder heult: Ursachen und Lösungen

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Was tun, wenn die Servolenkung brummt? Diese Frage stellen sich viele Autobesitzer, deren Fahrzeuge mit einer hydraulischen Servolenkung ausgestattet sind. Was sind die Ursachen und Folgen dieses Defekts? Und sollte man dem überhaupt Beachtung schenken?

Es gibt mehrere Gründe, warum die Servolenkung Geräusche macht. Ungewöhnliche Töne deuten auf eine klare Fehlfunktion im Lenksystem hin. Je früher Sie diese beheben, desto mehr Kosten sparen Sie langfristig und vermeiden das Risiko, mit einer defekten Lenkung in eine gefährliche Verkehrssituation zu geraten.

Aufbau der Servolenkung

Ursachen für die Geräuschentwicklung

Ein unangenehmes Brummen oder Heulen der Servolenkung kann unter verschiedenen Umständen auftreten. Konzentrieren wir uns auf die häufigsten Gründe, warum die Servopumpe beim Lenken Geräusche macht:

  1. Niedriger Flüssigkeitsstand im System. Dies können Sie visuell überprüfen, indem Sie die Motorhaube öffnen und den Ölstand im Ausgleichsbehälter der Servolenkung kontrollieren. Er sollte zwischen den Markierungen MIN und MAX liegen. Befindet sich der Pegel unterhalb der Minimum-Markierung, muss Flüssigkeit nachgefüllt werden. Zuvor sollten Sie jedoch unbedingt die Ursache für den Verlust finden, besonders wenn das letzte Nachfüllen erst kurze Zeit zurückliegt. Leckagen treten häufig an Schlauchschellen und Verbindungsstellen auf, insbesondere bei alten Schläuchen. Beseitigen Sie unbedingt die Ursache der Undichtigkeit vor dem Nachfüllen.
  2. Verwendung einer Flüssigkeit, die nicht den Herstellervorgaben entspricht. Dies kann nicht nur zu Geräuschen, sondern auch zu schwerwiegenden Defekten führen. Zudem kann die Servolenkung im Winter brummen, wenn die Flüssigkeit zwar der Spezifikation entspricht, aber nicht für extreme Minusgrade ausgelegt ist (zu hohe Viskosität bei Kälte).

    Verschmutztes Servoöl

  3. Minderwertige Qualität oder Verschmutzung der Hydraulikflüssigkeit. Wenn Sie minderwertiges Öl gekauft haben, verliert es wahrscheinlich schnell seine Eigenschaften, und die Pumpe beginnt zu lärmen. Meist spüren Sie gleichzeitig, dass sich das Lenkrad schwerer drehen lässt. Überprüfen Sie in diesem Fall die Qualität des Öls. Öffnen Sie den Behälter und prüfen Sie den Zustand der Flüssigkeit. Ist sie stark schwarz verfärbt oder gar klumpig, muss sie gewechselt werden. Idealerweise sollten Farbe und Konsistenz nicht stark von neuem Öl abweichen. Sie können den Zustand per "Sichtprüfung" testen: Nehmen Sie mit einer Spritze etwas Flüssigkeit aus dem Behälter und tropfen Sie sie auf ein weißes Blatt Papier. Zulässig sind Farben wie Rot, Grün oder Blau (je nach Originalspezifikation). Die Flüssigkeit darf nicht dunkelbraun, grau oder schwarz sein. Prüfen Sie auch den Geruch: Es darf nicht nach verbranntem Gummi oder verbranntem Öl riechen. Denken Sie daran, den Wechsel gemäß dem Wartungsplan Ihres Fahrzeughandbuchs durchzuführen (in der Regel alle 70.000 bis 100.000 Kilometer oder alle zwei Jahre). Wechseln Sie das Öl bei Bedarf aus.
  4. Luft im System. Dies ist ein gefährliches Phänomen, das der Servopumpe schadet. Prüfen Sie, ob sich Schaum im Ausgleichsbehälter befindet. Ist dies der Fall, muss das System entlüftet oder die Flüssigkeit gewechselt werden.
  5. Defekt am Lenkgetriebe. Auch das Lenkgetriebe kann eine Geräuschquelle sein. Führen Sie eine Sichtprüfung durch. Hauptmerkmale eines Defekts sind Klopfgeräusche im Gehäuse oder an einem der Vorderräder. Ursache können defekte Dichtungen oder beschädigte Staubmanschetten an den Spurstangen sein, was zum Austritt von Hydraulikflüssigkeit und zum Eindringen von Schmutz führt. In jedem Fall ist eine Reparatur mit entsprechenden Dichtsätzen oder der Besuch einer Fachwerkstatt notwendig.
    Fahren Sie keinesfalls mit einem defekten Lenkgetriebe weiter, dies kann zum Blockieren der Lenkung und zu Unfällen führen.
  6. Lockerer Keilrippenriemen. Dies ist einfach zu diagnostizieren. Prüfen Sie dies, nachdem der Motor eine Weile gelaufen ist. Wenn der Riemen auf der Riemenscheibe rutscht, wird er heiß. Das können Sie durch vorsichtiges Handauflegen prüfen. Um ihn zu spannen, müssen Sie die korrekten Spannungswerte kennen. Wenn Sie kein Handbuch haben, suchen Sie eine Werkstatt auf. Bei starkem Verschleiß muss der Riemen ersetzt werden.
  7. Defekte Servopumpe. Dies ist der unangenehmste und teuerste Defekt. Hauptmerkmal ist ein erhöhter Kraftaufwand beim Lenken. Wenn die Servopumpe heult, können verschiedene Bauteile wie Lager, Flügelzellen oder Wellendichtringe verschlissen sein.

Servolenkung brummt im kalten Zustand

Fehlersuche an Servolenkung und Lenkgetriebe

Es gibt mehrere Gründe, warum die Servolenkung bei Kälte Geräusche macht. Der erste ist das Ansaugen von Luft über die Niederdruckleitung. Zur Behebung genügt es oft, zwei neue Schellen am Schlauch vom Behälter zur Pumpe anzubringen. Zudem sollte der O-Ring am Saugstutzen der Pumpe selbst gewechselt werden. Nach der Montage der Schellen empfiehlt es sich, die Verbindungsstellen mit einer ölbeständigen Dichtmasse abzudichten.

Eine weitere, wenngleich seltenere Ursache, ist eine unzureichende Entlüftung des Systems. In diesem Fall verbleibt eine Luftblase am Boden des Behälters, die mit einer Spritze entfernt werden kann. Das Vorhandensein von Luft verursacht natürlich das beschriebene Brummen.

Zur Behebung können Hydraulikschläuche und/oder das Lenkgetriebe getauscht, die Pumpe ersetzt oder zusätzliche Schellen montiert werden, um Lufteintritt zu verhindern. Folgende Schritte sind ebenfalls hilfreich:

  • Austausch des Dichtrings am Zulaufstutzen des Ausgleichsbehälters;
  • Installation eines neuen Schlauchs vom Behälter zur Pumpe unter Verwendung von ölbeständiger Dichtmasse;
  • Entlüften des Systems (dabei steigen Luftbläschen auf, die platzen müssen) durch Drehen des Lenkrads bei abgestelltem Motor (oder gemäß spezifischer Fahrzeuganleitung).

Eine weitere Reparaturoption ist der Austausch des Dichtrings im Saugschlauch der Servopumpe (bei Bedarf auch des Schlauchs und beider Schellen). Mit der Zeit verliert der Gummi seine Elastizität, wird hart und undicht, wodurch Luft in das System gelangt, was zu Klopfen und Schaum im Behälter führt. Das Problem kann darin bestehen, einen passenden Ring zu finden. Wenn Sie Ersatz haben, setzen Sie ihn ein und verwenden Sie Dichtmasse.

Für einige Fahrzeuge gibt es spezielle Reparatursätze für die Servolenkung. Bei Problemen lohnt es sich, zuerst einen solchen Satz zu kaufen und die enthaltenen Gummidichtungen zu wechseln. Es ist ratsam, Original-Sets zu verwenden, besonders bei hochwertigen Fahrzeugen.

Lager der Servopumpe

Achten Sie auch darauf, dass sich kein Schmutz in der Flüssigkeit befindet. Selbst kleine Mengen führen mit der Zeit zum Verschleiß der Pumpenkomponenten, was Geräusche und eine schlechtere Lenkunterstützung verursacht. Prüfen Sie beim Flüssigkeitswechsel den Boden des Ausgleichsbehälters auf Ablagerungen und entfernen Sie diese. Kontrollieren Sie das Sieb im Behälter (falls vorhanden). Es sollte sauber und intakt sein. In manchen Fällen ist es besser, den kompletten Behälter samt Filter zu tauschen, als ihn zu reinigen. Bei starker Verschmutzung muss eventuell auch das Lenkgetriebe gespült und mit neuen Dichtungen versehen werden.

Ein unangenehmes Geräusch kann auch vom externen Lager der Servopumpe kommen. Dessen Austausch ist oft möglich, ohne das gesamte Bauteil zu zerlegen, sofern ein passendes Ersatzlager verfügbar ist.

Es gibt spezielle Additive für die Servolenkung. Diese sollen das Pumpenbrummen beseitigen, die Lenkkraft verringern, Vibrationen reduzieren und Teile vor Verschleiß schützen. Die Meinungen dazu gehen auseinander: Manchen helfen sie, anderen schaden sie eher und beschleunigen den notwendigen Pumpentausch.

Wir empfehlen die Verwendung von Additiven auf eigenes Risiko. Sie bekämpfen oft nur die Symptome und zögern die notwendige Reparatur der Pumpe oder anderer Systemkomponenten nur hinaus.

Achten Sie bei der Wahl der Flüssigkeit auf deren Temperatureigenschaften, damit sie auch bei starkem Frost funktioniert. Ein Öl mit zu hoher Viskosität behindert die normale Funktion der Servolenkung.

Servolenkung brummt bei warmem Motor

Wenn die Servolenkung im warmen Zustand brummt, gibt es mehrere typische Szenarien und Lösungen:

  • Wenn während des Motorwarmlaufs das Lenkrad zu vibrieren beginnt, muss die Pumpe oft ersetzt oder instandgesetzt werden.
  • Tritt ein Klopfen bei warmem Motor im Leerlauf auf, das bei höheren Drehzahlen verschwindet, deutet dies auf eine verschlissene Pumpe hin. Lösungen: Pumpentausch oder (kurzfristig) Verwendung einer dickflüssigeren Hydraulikflüssigkeit.
  • Minderwertige oder gefälschte Flüssigkeit kann bei Erhitzung ihre Viskosität verlieren, sodass die Pumpe nicht mehr den nötigen Druck aufbaut. Lösung: Spülung des Systems und Wechsel auf Originalöl.
  • Defekt am Lenkgetriebe. Bei Erwärmung wird das Öl dünnflüssiger und kann durch beschädigte Simmerringe austreten.
Verwenden Sie am besten Originalflüssigkeiten. Die Erfahrung vieler Autobesitzer zeigt, dass falsches Öl zu teuren Reparaturen am Lenksystem führen kann.

Geräusche bei vollem Lenkeinschlag

Halten Sie die Lenkung nicht lange am Anschlag

Beachten Sie, dass die Servopumpe unter maximaler Last arbeitet, wenn die Räder bis zum Anschlag eingeschlagen sind. Zusätzliche Geräusche sind hierbei oft normal und kein zwingendes Zeichen für einen Defekt. Viele Hersteller weisen darauf im Handbuch hin. Es ist wichtig, normale Betriebsgeräusche von defektbedingtem Lärm zu unterscheiden.

Sind Sie jedoch sicher, dass es sich um eine Störung handelt, prüfen Sie die oben genannten Punkte (Pumpe, Flüssigkeitsstand, Riemenspannung). Zusätzlich ist folgende Situation möglich:

Im Lenkgetriebe befindet sich ein Ventilblock zur Steuerung des Hydraulikflusses. Bei Volleinschlag öffnet das Überdruckventil, und die Flüssigkeit zirkuliert im "kleinen Kreis". Die Pumpe arbeitet gegen hohen Widerstand ohne ausreichende Kühlung. Dies ist schädlich und kann zu Riefenbildung an Zylinder oder Flügelzellen führen. Besonders im Winter bei zähem Öl ist dies kritisch. Halten Sie das Lenkrad daher nie länger als 5 Sekunden am Anschlag.

Brummen nach dem Flüssigkeitswechsel

Manchmal beginnt die Servo nach dem Ölwechsel zu lärmen. Dies kann passieren, wenn dünnflüssigeres Öl eingefüllt wurde als zuvor. Der Verschleiß zwischen Statorring und Rotorplatten macht sich dann bemerkbar, oder es entstehen Vibrationen durch Unebenheiten am Stator.

Um dies zu vermeiden, nutzen Sie das vom Hersteller empfohlene Öl.

Auch nach dem Austausch des Hochdruckschlauchs kann ein Brummen auftreten. Eine Ursache kann ein minderwertiger Schlauch sein. Manche Werkstätten verbauen statt spezieller Servoleitungsschläuche (die oft Drosseln oder Dämpfer enthalten) einfache Hydraulikschläuche. Dies kann zu Resonanzen oder Lufteinschlüssen und somit zu Geräuschen führen. Die übrigen Ursachen entsprechen den oben genannten (Kalt/Warm-Problematik).

Tipps zur Wartung der Servolenkung

Damit die Servolenkung einwandfrei funktioniert, beachten Sie folgende Regeln:

  • Überwachen Sie den Ölstand, füllen Sie rechtzeitig nach und wechseln Sie das Öl gemäß Intervall. Prüfen Sie Farbe und Geruch, um minderwertige Flüssigkeiten zu erkennen.
  • Halten Sie das Lenkrad nicht lange (über 5 Sekunden) im Volleinschlag. Dies schadet der Pumpe durch fehlende Kühlung und Überlastung.
  • Parken Sie das Fahrzeug möglichst mit gerade gestellten Rädern. Dies entlastet das System beim nächsten Motorstart, besonders bei Kälte, wenn das Öl dickflüssig ist.
  • Zögern Sie bei Anzeichen wie Brummen, Klopfen oder Schwergängigkeit nicht mit der Reparatur. Eine frühe Instandsetzung ist günstiger und sichert Ihre Mobilität.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig den Zustand des Lenkgetriebes, insbesondere der Staubmanschetten und Dichtungen.

Fazit

Denken Sie daran: Bei den kleinsten Anzeichen einer Störung im Lenksystem sollten Sie schnellstmöglich eine Diagnose durchführen. Andernfalls riskieren Sie im kritischen Moment den Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug, wenn die Lenkunterstützung ausfällt oder das Lenkgetriebe blockiert. Sparen Sie nicht an der Sicherheit Ihres Autos.

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