Geräusche und Knacken beim Lenken

Ivan Matieishyn Ivan Matieishyn
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Geräusche beim Lenken deuten auf Probleme im Lenksystem oder Fahrwerk des Fahrzeugs hin. Ursachen können Defekte am Gleichlaufgelenk (Antriebswelle), Traggelenk, Verschleiß der Spurstangenköpfe, Domlager, Koppelstangen und andere Mängel sein. Sobald beim Einschlagen des Lenkrads ungewöhnliche Geräusche zu hören sind, sollte schnellstmöglich eine Diagnose durchgeführt werden, da Defekte an der Lenkung zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen können.

Geräusche beim Lenken

Ursachen für Geräusche beim Lenken

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum beim Drehen des Lenkrads ein Klopfen oder Knacken zu hören ist. Um den Defekt genauer zu lokalisieren, sollten Sie auf drei Faktoren achten:

  • Art des Geräusches. Einmalig oder wiederkehrend, dumpf oder hell (metallisch), Knirschen oder Poltern.
  • Ort. Am Rad, im Fahrwerk, in der Lenksäule.
  • Umstände. Während der Fahrt, beim Lenken im Stand, beim Volleinschlag, nur beim Lenken in eine Richtung.

Basierend auf diesen Daten lässt sich die Geräuschquelle eingrenzen.

Ort des GeräuschesMögliche Ursachen
Geräusch am RadVerschleiß des Gleichlaufgelenks (Antriebswelle), Spiel in den Spurstangenköpfen, defektes Traggelenk, Federbein (Feder springt), Koppelstange.
Geräusch am LenkgetriebeBeschädigung der Zahnstange, Spiel in der Führungsbuchse und/oder den Lagern, Zahnflankenverschleiß, Verschleiß im Kreuzgelenk der Lenksäule.
Geräusch im LenkradSpiel im Lenkgetriebe, Korrosion der Welle, verschlissene Kreuzgelenke, Probleme mit der elektrischen Servolenkung (Verschleiß des Schneckengetriebes).
LenkradstellungMögliche Ursachen
Beim Volleinschlag (links/rechts)Möglicher Kontakt des Querlenkers mit dem Hilfsrahmen (nach unsachgemäßer Reparatur), lockere Fahrwerksschrauben, Verschleiß der äußeren Antriebswellengelenke.
Beim Lenken im StandDefektes Lenkgetriebe, Kreuzgelenk, lose Befestigungen, Domlager.
Beim Lenken während der FahrtDieselben Ursachen wie im Stand, zusätzlich Koppelstangen, Stoßdämpfer und Antriebswellen.


Im Folgenden gehen wir detaillierter auf die Hauptursachen ein.

Gleichlaufgelenk (Antriebswelle)

Bei eingeschlagenen Rädern unter Last verursacht meist das Gleichlaufgelenk (oft einfach Antriebswelle genannt) Geräusche (ein charakteristisches „Knacken“ oder „Rattern“, das im Lenkrad spürbar sein kann). Beim Linkseinschlag knackt meist das rechte äußere Gelenk, beim Rechtseinschlag das linke (da das kurvenäußere Rad stärker belastet wird). Die inneren Gelenke verursachen eher Vibrationen oder ein Klopfen beim Beschleunigen auf gerader Strecke.

Wenn beim Abbiegen ein deutliches Knacken zu hören ist, muss das äußere Gelenk ausgetauscht werden. Nachfetten hilft nur vorbeugend, repariert aber kein bereits beschädigtes Bauteil.

Spurstangenköpfe und Spurstangen

Spurstangenköpfe und Axialgelenke entwickeln durch natürlichen Verschleiß Spiel im Kugelgelenk und verursachen beim Lenken und Überfahren von Unebenheiten Klopfgeräusche. Zur Diagnose muss das Fahrzeug aufgebockt und das Rad in der horizontalen Ebene (Hände auf 9 und 3 Uhr) bewegt werden. Spiel und Klackgeräusche deuten auf einen Defekt hin.

Ein Klopfen kann auch nach einer unsachgemäßen Reparatur auftreten, wenn die Kontermutter an der Spurstange nach der Achsvermessung nicht richtig festgezogen wurde.

Lenkgetriebe

Defekte am Lenkgetriebe sind eine häufige Ursache für Poltergeräusche. Diese treten sowohl während der Fahrt als auch beim Lenken im Stand auf. Hauptursachen:

  • Befestigungsschrauben des Lenkgetriebes am Hilfsrahmen sind locker.
  • Verschleiß der Führungsbuchse der Zahnstange (Spiel auf der rechten Seite).
  • Spiel in den Lagern oder im Eingriff zwischen Ritzel und Zahnstange.
  • Verschleiß des Druckstücks.

Zur Diagnose sollte der Motor abgestellt werden. Ein Helfer bewegt das Lenkrad ruckartig hin und her, während Sie von unten das Lenkgetriebe und die Spurstangen abtasten. Ein defektes Lenkgetriebe verursacht ein deutliches metallisches Klacken.

Lenkspindel und Kreuzgelenk

Wenn das Klopfen direkt aus der Lenksäule (im Innenraum oder im Motorraum an der Spritzwand) kommt, ist oft die Lenkspindel bzw. das Kreuzgelenk schuld. Das Problem entsteht häufig durch Verschleiß der Kreuzgelenke oder der Verzahnung.

Prüfung von Hand: Halten Sie die Welle nahe dem Kreuzgelenk mit einer Hand fest und bewegen Sie mit der anderen das Lenkrad. Ist Spiel in der Verbindung spürbar, ist eine Reparatur nötig.

Bei vielen Fahrzeugmodellen mit hoher Laufleistung entsteht mit der Zeit Spiel in der Lenkspindel. Es gibt zwei Lösungen: Austausch der kompletten Einheit oder Wechsel des Kreuzgelenks (falls konstruktiv möglich). Beim Kauf eines Neuteils ist darauf zu achten, dass sich das Gelenk leichtgängig bewegen lässt, ohne zu haken oder Spiel zu haben.

Manche Fahrzeughalter ersetzen Nadellager durch Kunststoffbuchsen, um die Lebensdauer zu erhöhen, jedoch ist der Austausch gegen ein qualitatives Ersatzteil namhafter Hersteller die zuverlässigere Lösung.


Federbeine und Traggelenke

Eine Ursache für Geräusche im Fahrwerk beim Lenken sind auch verschlissene bewegliche Teile des Federbeins.

Traggelenk (im Bild rechts). Dieses Gelenk verbindet den Querlenker mit dem Achsschenkel. Wenn das Fett austritt und die Lagerschale verschleißt, beginnt der Kugelkopf im Gehäuse zu wackeln. Dies verursacht ein dumpfes Poltern auf Unebenheiten und in fortgeschrittenen Fällen ein Quietschen oder Knacken beim Lenken.

Domlager und Fahrwerksfeder. Wenn beim Lenken im Stand ein „springendes“ Geräusch („Boing“ oder metallisches Klong) oder ein Knirschen im oberen Bereich des Federbeins zu hören ist, ist das Domlager (Wälzlager) defekt. Da es blockiert, dreht sich die Feder ruckartig mit und erzeugt das Geräusch. Auch eine gebrochene Fahrwerksfeder kann die Ursache sein.

Koppelstange

Eine ausgeschlagene Koppelstange (Pendelstütze) verursacht ein häufiges, dumpfes Poltern beim Überfahren kleiner Unebenheiten, das sich in Kurven verstärkt (wenn sich die Karosserie neigt und den Stabilisator belastet). Ein indirektes Anzeichen ist eine stärkere Wankneigung des Fahrzeugs in Kurven.

Hilfsrahmen (Untypische Situationen)

Manchmal führen ungewöhnliche Situationen zu Geräuschen. Zum Beispiel ein eingeklemmter Stein zwischen Hilfsrahmen und Lenkungsteilen oder dem Unterfahrschutz. Beim Lenken verschieben sich die Teile und berühren den Fremdkörper.

Es lohnt sich auch, die Anzugsmomente der Schrauben am Hilfsrahmen und den Querlenkern zu prüfen. Eine gelockerte Schraube erlaubt es den Bauteilen, sich bei Lastwechseln (Lenken, Bremsen) mit einem lauten Knacken oder Schlag zu verschieben.

Eine regelmäßige Fahrwerksdiagnose (alle 10.000–15.000 km) hilft, Spiel frühzeitig zu erkennen und teure Folgereparaturen zu vermeiden.

Fazit

Geräusche beim Lenken zu ignorieren, ist gefährlich. Ein Defekt am Traggelenk oder Spurstangenkopf kann während der Fahrt zum Abriss des Rades führen. Bei ungewöhnlichen Geräuschen sollten Sie umgehend eine Diagnose durchführen oder eine Werkstatt aufsuchen.

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