Welches Öl für die Servolenkung?

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Welches Öl gehört in die Servolenkung? Diese Frage stellen sich viele Autobesitzer beim Flüssigkeitswechsel, beim Gebrauchtwagenkauf oder vor der kalten Jahreszeit. Japanische Hersteller erlauben häufig die Verwendung von Automatikgetriebeöl (ATF) im Lenksystem. Europäische Hersteller schreiben hingegen meist spezielle Hydraulikflüssigkeiten (PSF) vor. Äußerlich unterscheiden sie sich durch die Farbe, doch die Flüssigkeit allein nach dem Farbton auszuwählen, ist ein grober Fehler. Wir gehen auf die wichtigsten Merkmale und Freigaben ein, damit Sie entscheiden können, welches Öl in die Servolenkung eingefüllt werden muss.

Welches Öl für die Servolenkung

Arten von Servolenkungsflüssigkeiten

Bevor wir klären, welches Öl in die Servolenkung kommt, müssen wir die existierenden Typen unterscheiden. Historisch gesehen orientieren sich Autofahrer oft an den Farben, was technisch jedoch nicht ganz korrekt ist. Technisch relevant sind die Herstellerfreigaben und die chemische Basis. Die wichtigsten Eigenschaften sind:

  • Viskosität;
  • mechanische Eigenschaften;
  • hydraulische Eigenschaften;
  • chemische Zusammensetzung (Art der Basis);
  • Temperaturverhalten.

Deshalb sollten Sie bei der Wahl in erster Linie auf die Anforderungen des Herstellers achten, nicht auf die Farbe. Nach Art der Basis unterscheidet man:

  • Mineralisch. Wird häufig in Systemen mit vielen Gummikomponenten verwendet. Die mineralische Basis verhält sich neutral gegenüber Gummi und verhindert das Austrocknen der Dichtungen.
  • Synthetisch. Moderne Flüssigkeiten mit verbesserten Eigenschaften. Früher galt Synthetiköl als aggressiv gegenüber Gummi, aber moderne Zusammensetzungen enthalten Additive, die Gummidichtungen schützen (vorausgesetzt, das Material ist für Synthetik ausgelegt). Ihr Einsatzbereich wächst stetig. Prüfen Sie unbedingt im Serviceheft, welches Öl für Ihre Servolenkung vorgeschrieben ist.

Hier sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Typen. Zu den Vorteilen von Mineralölen zählen:

  • schonende Wirkung auf Gummiteile älterer Systeme;
  • günstiger Preis.

Nachteile von Mineralölen:

  • höhere Viskosität bei Kälte (dickflüssiger);
  • geringere Lebensdauer im Vergleich zu Synthetik.

Vorteile von Synthetikölen:

Farbe der Servolenkungsflüssigkeit

Farbunterschiede bei verschiedenen Ölen

  • lange Lebensdauer;
  • stabile Leistung in allen Temperaturbereichen (wichtig im Winter);
  • niedrige Viskosität;
  • hohe Korrosionsschutz- und Schmiereigenschaften.

Nachteile von Synthetik:

  • darf nicht in Systeme gefüllt werden, die nur für Mineralöl ausgelegt sind (Gefahr von Undichtigkeiten);
  • höherer Preis.

Was die verbreitete Einteilung nach Farben betrifft, so findet man auf dem Markt folgende Flüssigkeiten:

  • Rote Farbe. Wird traditionell mit Dexron (ATF-Familie) assoziiert. Kann sowohl mineralisch (Dexron II) als auch synthetisch (Dexron III, VI) sein. Wird in Automatikgetrieben und vielen Servolenkungen verwendet.
  • Gelbe Farbe. Meistens handelt es sich um PSF-Flüssigkeiten auf mineralischer oder synthetischer Basis. Häufig bei Fahrzeugen des Daimler-Konzerns (Mercedes) im Einsatz.
  • Grüne Farbe. In der Regel spezielle Hydraulikflüssigkeiten (z. B. Pentosin). Meist synthetisch, es gibt aber auch mineralische Varianten.
Wichtig: Die Farbe ist nur ein Farbstoff. Sie garantiert keine bestimmte chemische Zusammensetzung (Mineral oder Synthetik). Lesen Sie immer die Angaben auf dem Etikett!

Viele Autohersteller verwenden dasselbe Öl für das Automatikgetriebe und die Servolenkung (besonders in Japan). Europäische Hersteller verlangen häufiger eine spezialisierte Flüssigkeit (PSF). Unabhängig vom Typ erfüllen alle ähnliche Aufgaben.

Funktionen der Servo-Flüssigkeiten

Zu den Aufgaben des Servoöls gehören:

  • Druckübertragung von der Pumpe zum Lenkgetriebe;
  • Schmierung der Bauteile und Mechanismen;
  • Korrosionsschutz;
  • Kühlung des Systems.

Hydrauliköle für die Servolenkung enthalten spezielle Additive:

PSF Flüssigkeit

PSF-Flüssigkeit für Servolenkungen

  • Reibungsminderer (Anti-Friction);
  • Viskositätsstabilisatoren;
  • Korrosionsschutzmittel;
  • Schaumverhinderer;
  • Pflegemittel für Gummiteile (Simmerringe).

ATF-Öle erfüllen dieselben Funktionen, unterscheiden sich jedoch durch Zusätze für die Reiblamellen in Automatikgetrieben (Erhöhung der Haftreibung), was für die Servolenkung zwar nicht notwendig ist, aber auch nicht schadet.

Jede Servolenkungsflüssigkeit (Power Steering Fluid) basiert auf einem Grundöl und einem Additivpaket.

Welches Öl wählen?

Die Antwort ist einfach: Verwenden Sie die Flüssigkeit, die der Fahrzeughersteller empfiehlt. Experimente sind hier unzulässig. Wenn dauerhaft ein Öl mit falscher Viskosität oder Basis verwendet wird, können Servopumpe oder Lenkgetriebe ausfallen.

Beachten Sie bei der Auswahl:

Dexron III

GM ATF Dexron III

  • Die Empfehlungen im Handbuch (Betriebsanleitung) des Autos.
  • Den Basistyp (mineralisch oder synthetisch).
  • Die Temperaturen in Ihrer Region (für kalte Winter ist Synthetik besser, sofern zulässig).
  • Die Lebensdauer. Ein Wechsel erfolgt meist alle 40.000–80.000 Kilometer oder alle 2–3 Jahre.

Darf man Getriebeöl in die Servolenkung füllen? Wenn es sich um ATF (für Automatik) handelt – ja, sofern der Hersteller dies zulässt (oft steht auf dem Behälterdeckel „ATF Fluid“). Motoröl einzufüllen ist verboten.

Die gängigsten Standards sind Dexron und PSF (Power Steering Fluid). Dexron ist eine Entwicklung von General Motors und existiert in verschiedenen Generationen (II, III, VI), die sich in Viskosität und Temperatureigenschaften unterscheiden. Daimler (Mercedes) und VAG (Audi/VW) haben eigene Freigaben.

Zuordnung von Fahrzeugen und Servoölen

Hier ist eine Tabelle mit beispielhaften Zuordnungen. Achtung: Gleichen Sie die Daten immer mit der Betriebsanleitung Ihres spezifischen Fahrzeugs ab, da sich Freigaben je nach Baujahr ändern können.

AutomarkeFlüssigkeit für Servolenkung
FORD FOCUS 2Grün — WSS-M2C204-A2, Rot — WSA-M2C195-A
RENAULT LOGAN (Dacia Logan)Elf Renaultmatic D3 oder Elf Matic G3
Chevrolet CRUZEGrün — Pentosin CHF202, CHF11S, Rot – Dexron 6 GM
MAZDA 3Original ATF M-III oder D-II
LADA PRIORAPentosin Hydraulik Fluid CHF 11S-TL (oder Analoga)
OPELDexron verschiedener Typen (II, III, VI)
TOYOTADexron oder Original PSF
KIA / HYUNDAIPSF-3, PSF-4 (abhängig vom Baujahr)
AUDI / VW / SKODAVAG G 004 000 М2 (meist grünes Pentosin)
HONDANur Original PSF, PSF II / PSF-S (Kein ATF einfüllen!)
BMWPentosin CHF 11S (am häufigsten), Aufkleber am Behälter beachten

Wenn Sie Ihre Marke nicht in der Tabelle finden, schauen Sie in die Betriebsanleitung oder fragen Sie Ihren Vertragshändler.

Darf man Servolenkungsflüssigkeiten mischen?

Was tun, wenn der Pegel gesunken ist und keine Originalflüssigkeit zur Hand ist?

Die wichtigste Regel: Mischen Sie niemals mineralische und synthetische Basisöle (selbst wenn sie die gleiche Farbe haben!). Dies führt zum Ausflocken der Flüssigkeit und zum Ausfall der Hydraulik.

Mischen ist nur als Notlösung zulässig (um bis zur Werkstatt zu kommen). Dabei muss man sich an der Zusammensetzung orientieren, nicht nur an der Farbe:

  • Rote und Gelbe Öle sind oft kompatibel, wenn sie die gleiche Basis haben (z. B. beide mineralisch).
  • Grüne Öle (oft synthetisch) dürfen in der Regel nicht mit roten oder gelben gemischt werden.

Unten finden Sie bedingte Kompatibilitätsgruppen. Beachten Sie: Dies sind allgemeine Informationen; moderne Additive können selbst innerhalb von Gruppen Konflikte verursachen.

Gruppe 1: Bedingt kompatible Mineralöle (hell). Rote (Dexron) und gelbe Mineralöle lassen sich im Notfall oft mischen.

Mischen von mineralischen Servoölen

Gruppe 2: Grüne Flüssigkeiten. Meistens Synthetik oder Teilsynthetik. Es wird empfohlen, diese nur untereinander zu mischen. Das Nachfüllen in rote/gelbe Mineralöle ist nicht zulässig.

Mischen von dunklen mineralischen Servoölen

Gruppe 3: Synthetik. Wird nur mit Synthetik derselben Freigabe gemischt.

Mischen von synthetischen Servoölen
Spülen Sie das System bei der ersten Gelegenheit nach dem Mischen verschiedener Flüssigkeiten komplett und füllen Sie die empfohlene Sorte ein.

Anzeichen für Lecks in der Servolenkung

Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass nachgefüllt oder repariert werden muss:

  • Der Pegel im Ausgleichsbehälter liegt unter der MIN-Markierung;
  • Feuchte Stellen am Lenkgetriebe, an der Pumpe oder an den Schläuchen;
  • Jaulen oder Summen der Servopumpe (besonders beim Lenken);
  • Schwergängiges Lenkrad;
  • Spiel in der Lenkung.

Prüfen Sie bei diesen Symptomen den Flüssigkeitsstand.

Fahren Sie niemals ohne Flüssigkeit in der Servolenkung – die Pumpe läuft trocken und geht binnen Minuten kaputt, und das Steuern des Fahrzeugs wird extrem schwer und unsicher.

Fazit

Die Antwort auf die Frage, welches Öl am besten für die Servolenkung ist, lautet: das, welches vom Werk vorgeschrieben ist. Verlassen Sie sich nicht blind auf die Farbe der Flüssigkeit: rotes Dexron kann mineralisch sein, grünes Pentosin synthetisch. Das Mischen verschiedener Zusammensetzungen ist nur im äußersten Notfall und nur bei gleicher Basis zulässig („Mineral“ mit „Mineral“, „Synthetik“ mit „Synthetik“).

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