Zahnriemenwechsel beim Ford Focus MK2 (1.6 Duratec)
Der Zahnriemenwechsel beim Ford Focus MK2 ist laut Wartungsplan alle 160.000 km (oder alle 8 Jahre) vorgesehen. Die Praxis zeigt jedoch, dass ein Austausch oft deutlich früher notwendig ist — bereits ab 100.000–120.000 km. Dies hängt stark von den Einsatzbedingungen ab.
Anzeichen für einen sofortigen Zahnriemenwechsel beim Focus MK2
- Öl- oder Fettspuren auf dem Riemen;
- Risse, Einschnitte oder Ablösungen des Gewebes vom Gummi;
- sichtbare Falten, Vertiefungen oder Beulen an der Außenseite;
- Verschleiß an den Flanken des Riemens;
- Laufgeräusche der Spannrolle.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert bei diesem Motor die Einstellung der Steuerzeiten.
Zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Reparatur ist das Vorhandensein eines Arretierwerkzeug-Satzes (für Nockenwellen und Kurbelwelle) sowie eines Drehmomentschlüssels.
Welcher Zahnriemen-Satz (Original & Analog) für den Ford Focus MK2?
Für den Ford Focus MK2 mit dem 1.6 Duratec Motor hat der originale Reparatursatz die Teilenummer Ford 1 672 144. Dieser Satz beinhaltet:
- Zahnriemen;
- Spannrolle;
- Befestigungsschrauben (Kurbelwellenschraube und Nockenwellenschrauben).
Alternativ können qualitativ gleichwertige Sets von Erstausrüstern verwendet werden (z. B. Contitech, Dayco, INA, Gates).
Das Fahrzeug auf einer Hebebühne (oder über einer Grube) positionieren.
Den Minuspol der Batterie abklemmen.
Den Unterfahrschutz (Motorabdeckung unten) demontieren.
Bei diesem Fahrzeug sind die Keilrippenriemen (für Klimakompressor und Lichtmaschine) elastische „Stretch-Belts“ ohne Spanner. Laut Herstellervorgabe sind diese für den Einmalgebrauch bestimmt.
Die alten Antriebsriemen mit einem Messer durchtrennen (sofern ein Austausch vorgesehen ist).
Die zwei Schrauben und die Mutter der Lichtmaschinenbefestigung lösen, den elektrischen Stecker abziehen.
Den Gewindebolzen herausdrehen und die Lichtmaschine zur Seite legen oder ganz entnehmen.
Den Motor unter der Ölwanne abstützen (Wagenheber mit Holzblock). Die Schrauben des rechten Motorlagers lösen.
Das obere Motorlager (Hydrolager) ausbauen.
Die Schrauben der oberen Zahnriemenabdeckung herausdrehen.
Die Zahnriemenabdeckung und den Halter des Motorlagers entfernen.
Die Zündkabel abziehen und die Schrauben des Ventildeckels lösen.
Den Ventildeckel (Zylinderkopfhaube) abnehmen.
Das rechte Vorderrad demontieren.
Die rechte Radhausschale (Spritzschutz) entfernen, um Zugang zur Riemenscheibe zu erhalten.
Die Kurbelwelle im Uhrzeigersinn drehen, bis sich die Kolben des 1. und 4. Zylinders im OT (Oberer Totpunkt) befinden. In den Motorblock (im Bereich des Kurbelwellensensors oder einer Blindstopfen-Öffnung) wird der spezielle Arretierdorn (OT-Dorn) eingeschraubt. Die Welle vorsichtig bis zum Anschlag an den Dorn weiterdrehen.
In die Schlitze am Ende der Nockenwellen wird das Einstelllineal eingesetzt. Es muss sich leicht einfügen lassen und exakt parallel zur Planfläche des Zylinderkopfes liegen.
Das Schwungrad mit einem Blockierwerkzeug fixieren oder einen Schlagschrauber verwenden, um die Riemenscheibenschraube zu lösen.
Die Riemenscheibe der Kurbelwelle abnehmen. Bei festem Sitz einen Abzieher verwenden.
Die untere Zahnriemenabdeckung abschrauben und entfernen.
Gesamtansicht des Steuertriebs. Prüfen Sie nochmals, ob alle Arretierwerkzeuge sicher sitzen.
Die Spannrolle lösen und abschrauben.
Den alten Zahnriemen abnehmen.
Demontierte Teile prüfen. Es wird dringend empfohlen, immer den kompletten Satz zu tauschen: Riemen, Spannrolle und Dehnschrauben.
Den Zahnriemenkasten von Staub und öligen Rückständen reinigen.
Die neue Spannrolle montieren. Wichtig: Die Nase auf der Rückseite der Rolle muss in die vorgesehene Aussparung am Motorblock greifen.
Den neuen Zahnriemen auflegen. Mit einem Innensechskant die Spannrolle spannen: Der bewegliche Zeiger muss mit der V-förmigen Kerbe auf der Grundplatte fluchten. In dieser Position die Schraube der Spannrolle festziehen.
Die untere Abdeckung und die gereinigte Riemenscheibe der Kurbelwelle wieder montieren.
Es muss zwingend eine neue Kurbelwellenschraube verwendet werden. Das Anziehen erfolgt strikt nach Drehmomentvorgabe. Zuerst mit dem Drehmomentschlüssel auf 45 Nm anziehen, danach einen Drehwinkel von 90 Grad weiterdrehen. Ohne Einhaltung dieses Moments verstellen sich die Steuerzeiten beim ersten Start.
Den Ventildeckel gründlich reinigen.
Den Deckel mit einer neuen Dichtung versehen. Alte Dichtungen dürfen nicht wiederverwendet werden — Gefahr von Ölaustritt in die Kerzenschächte.
Alle Arretierwerkzeuge entfernen (Lineal aus den Nockenwellen und Dorn aus dem Block). Alle Verschraubungen prüfen.
Den Ventildeckel wieder montieren. Die Schrauben vorsichtig und gleichmäßig von der Mitte nach außen anziehen (ca. 10 Nm).
Vor dem Motorstart die Kurbelwelle unbedingt zwei volle Umdrehungen von Hand durchdrehen. Überprüfen, ob die Markierungen weiterhin stimmen und kein mechanischer Widerstand (Ventil auf Kolben) spürbar ist. Danach erfolgt der Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.
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