Einspritzdüsen selbst reinigen: Eine detaillierte Anleitung
Die Einspritzdüsen (Injektoren) von Benzin- und Dieselmotoren setzen sich im Laufe der Zeit mit harzigen Ablagerungen und Verunreinigungen aus dem Kraftstoff zu. Im Handel gibt es professionelle Reinigungsgeräte, doch viele Autobesitzer greifen auf bewährte „Do-it-yourself“-Methoden zurück. Wir betrachten vier Wege: von einfach bis riskant, inklusive einer Analyse der Sicherheit.

Methode 1: Mit Vergaserreiniger
Dies ist die kostengünstigste Methode zur Reinigung ausgebauter Benzineinspritzdüsen. Das Prinzip: Der Reiniger wird unter Druck zugeführt, während das Ventil der Düse durch einen elektrischen Impuls geöffnet wird. Für die Arbeit benötigen Sie:

- zwei Kabel, ca. einen Meter lang;
- einen Taster (Mikroschalter) zum Unterbrechen des Stromkreises (unbedingt erforderlich!);
- eine 9V-Blockbatterie oder ein 12V-Netzteil;
- Kabelbinder, Isolierband;
- eine Einwegspritze (2–5 ml, passend zum Durchmesser der Düse) oder ein Stück Schlauch;
- eine Dose Vergaserreiniger (Carb Cleaner);
- Schutzbrille und Handschuhe.
Arbeitsablauf:

Reinigung der Einspritzdüsen mit Vergaserreiniger: Video
- Bauen Sie die Einspritzdüse aus und reinigen Sie sie äußerlich mit einem Lappen. Entfernen Sie die Gummi-Dichtringe (O-Ringe), damit die Chemikalien diese nicht angreifen.
- Bauen Sie den Stromkreis auf: Kabel von der Batterie zur Düse, installieren Sie den Taster in einem der Kabel.
- Bereiten Sie den Adapter vor: Das Gehäuse der Spritze oder der Schlauch muss auf einer Seite dicht auf der Düse und auf der anderen Seite auf dem Röhrchen der Sprühdose sitzen. Fixieren Sie die Verbindungen mit Kabelbindern.
- Setzen Sie die Konstruktion auf die Dose und stecken Sie die Düse ein.
- Drücken Sie auf den Sprühkopf der Dose, um Flüssigkeitsdruck aufzubauen.
- Öffnen Sie die Düse durch kurzes Drücken des Tasters (Impulse). Sie sollten einen Sprühnebel sehen.
Halten Sie die Düse nicht dauerhaft offen – dies kann die Spule überhitzen und verringert den Reinigungseffekt (Schmutz wird besonders beim Öffnen/Schließen gelöst). Wiederholen Sie den Vorgang, bis das Spritzbild gleichmäßig und ohne „Pinkeln“ ist.
Methode 2: Mit einem Spülzylinder (Druckbehälter)
Diese Methode ermöglicht die Reinigung der Injektoren, ohne sie vom Motor zu entfernen. Sie benötigen ein spezielles Reinigungsmittel (z. B. von Wynn’s, Liqui Moly oder ähnlichen) und eine selbstgebaute Vorrichtung. Werkzeuge:

Flasche mit angeschlossenem Filter
- eine saubere PET-Flasche (1,5–2 l) von kohlensäurehaltigen Getränken (diese sind stabiler);
- einen Kompressor mit Manometer;
- einen Liter Reinigungsflüssigkeit;
- zwei Autoventile (für schlauchlose Reifen);
- einen kraftstoffbeständigen Schlauch und Schlauchschellen;
- einen einfachen Kraftstofffilter (zur Reinigung der zugeführten Flüssigkeit).
Arbeitsablauf:
- Bohren Sie Löcher in den Boden und den Deckel der Flasche und setzen Sie die Ventile ein (im Boden für den Kompressor, im Deckel ohne Ventileinsatz für den Austritt der Flüssigkeit).

Das fertige System
- Schließen Sie den Schlauch an den Deckel an und installieren Sie den Filter.
- Fahren Sie den Motor warm, stellen Sie ihn ab und lassen Sie den Druck im Kraftstoffsystem ab (Sicherung der Benzinpumpe ziehen und den Anlasser einige Sekunden drehen lassen).
- Klemmen Sie die reguläre Benzinpumpe ab oder überbrücken Sie den Rücklauf (je nach Fahrzeugmodell). Schließen Sie den Schlauch von der Flasche an die Einspritzleiste (Rail) an.
- Füllen Sie das Reinigungsmittel in die Flasche, schrauben Sie sie zu und hängen Sie sie an der Motorhaube auf. Schließen Sie den Kompressor am Flaschenboden an und erzeugen Sie einen Druck von 2–2,5 Bar.
Starten Sie den Motor mit dem Reinigungsmittel. Lassen Sie ihn 15 Minuten im Leerlauf laufen, stellen Sie ihn dann für 15 Minuten ab (damit Ablagerungen einweichen können). Starten Sie erneut und verbrauchen Sie die Flüssigkeit, wobei Sie gelegentlich Gas geben. Stellen Sie nach dem Vorgang den Originalzustand wieder her, tanken Sie normales Benzin und führen Sie unbedingt einen Ölwechsel sowie einen Zündkerzenwechsel durch, da aggressive Chemie in das Kurbelgehäuse gelangt.
Methode 3: Zugabe von Aceton

Die Zugabe von reinem Aceton in den Tank ist ein altes „Hausmittel“. Aceton ist tatsächlich ein starkes Lösungsmittel, kann leichte Ablagerungen entfernen und Wasser im Tank binden.
Diese Methode erfordert jedoch Vorsicht. Aceton ist aggressiv gegenüber Gummi und Kunststoff. Bei regelmäßiger Anwendung kann es Dichtungsringe im Kraftstoffsystem auflösen, was zu Lecks führt. Was den Einfluss auf den Motor betrifft: Aceton hat eine hohe Oktanzahl (ca. 108), verändert aber in geringen Konzentrationen (0,5–1 %) die Kraftstoffeigenschaften nicht kritisch.
Mischverhältnis: Üblicherweise werden nicht mehr als 30–50 ml Aceton auf 10 Liter Benzin gegeben. Eine höhere Dosierung (über 150 ml) wird wegen der Gefahr für Gummileitungen und Membranen nicht empfohlen. Diese Methode sollte eher als Vorbeugung und nicht als Reparatur für bereits verstopfte Düsen betrachtet werden.
Methode 4: Einsatz von Dimexid (Warnung)
Im Internet kursiert die Methode der Spülung mit dem Apothekenmittel Dimexid (Dimethylsulfoxid). Es löst Verkokungen zwar sehr effektiv, hat aber kritische Eigenschaften, die seine Verwendung in dem oben beschriebenen Aufbau (mit der Plastikflasche) gefährlich und technisch unmöglich machen.
1. Kristallisation. Das Mittel gefriert bereits unter +19 °C. Bei einer Spülung mit kaltem Dimexid verstopft es die Düsen sofort mit Kristallen.
2. Aggressivität gegenüber Lack. Dimexid löst Lack fast augenblicklich ab. Gelangt es auf eine lackierte Ölwanne oder lackierte Teile im Inneren, verstopft der abgelöste Lack den Ölansaugstutzen, was zum Motorschaden führt.

Aufbau zur Reinigung
Falls Sie sich dennoch für Dimexid entscheiden, beachten Sie: Eine Plastikflasche ist dafür ungeeignet, da die Flüssigkeit konstant auf 60–80 °C erwärmt werden muss. Die in Methode 2 beschriebene Vorrichtung würde dazu führen, dass die Flüssigkeit während der Zufuhr abkühlt und das System verstopft.
Die Prozedur mit Dimexid erfordert:
- Ausbau der Einspritzdüsen (Spülung am Motor ist gefährlich für das Ölsystem!).
- Bau eines Prüfstands mit Metallbehälter und Flüssigkeitsheizung.
- Verwendung von PTFE-Schläuchen (Gummi wird zerfressen).
- Gründliches Spülen der Düsen mit normalem Reiniger oder Benzin sofort nach dem Dimexid-Einsatz.


Für die Heimgarage ohne Spezialausrüstung raten wir Anfängern dringend von der Verwendung von Dimexid ab. Sicherer ist die Methode mit Vergaserreiniger oder speziellen Systemreinigern (z. B. von Liqui Moly oder Wynn's).
Ersetzen Sie vor dem Einbau der Düsen unbedingt die O-Ringe. Alte Ringe haben ihre Elastizität verloren und können Luft oder Kraftstoff durchlassen. Um die Montage zu erleichtern, fetten Sie sie leicht mit Silikonspray oder Motoröl ein.
Fazit
Die selbstständige Reinigung der Einspritzdüsen ist bei leichten bis mittleren Verschmutzungen effektiv. Die sicherste und kontrollierbarste Methode ist der Ausbau der Düsen und das Durchspülen mit Vergaserreiniger unter visueller Kontrolle des Spritzbildes. Die Spülung des gesamten Systems über die Flaschen-Methode spart Zeit, erfordert aber zwingend einen anschließenden Ölwechsel. Experimentieren Sie nicht mit zweifelhaften Chemikalien (wie Dimexid), ohne deren physikalische Eigenschaften genau zu verstehen.
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